Stand: 28.02.2020 16:41 Uhr

Neues Gesetz: Mehr Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten

Frau mit Bettlaken © NDR Foto: Screenshot
Die Bundesregierung rechnet damit, dass mittelfristig 25.000 Fachkräfte pro Jahr diese Möglichkeit nutzen werden. (Archivbild)

Durch das bundesweit Anfang März in Kraft tretende Fachkräfteeinwanderungsgesetz sollen qualifizierten Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Staaten einfacher zum Arbeiten nach Mecklenburg-Vorpommern kommen können. Es gelte, "alle Hebel zu nutzen, um die vorhandenen Arbeitsmarktpotenziale auszuschöpfen", sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, in Schwerin. Mit dem Gesetz soll der wachsende Fachkräftebedarf besser gedeckt werden können. Bisher gibt es mitunter lange Wartezeiten für ein Visum. Im Juni hatte der Bundestag das Gesetz beschlossen.

Bedarf ist groß im Nordosten

VIDEO: Fachkräfte: Firma hofft auf Einwanderungsgesetz (2 Min)

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Januar rund 11.300 Fachkräftestellen unbesetzt. Das waren demnach 466 mehr als im Vorjahresmonat. Besonders gefragt seien Kräfte im Hotel- und Gastronomiegewerbe, in der Baubranche und in der Alten- und Krankenpflege. Derzeit seien 6.600 Männer und Frauen aus Nicht-EU-Staaten im Nordosten sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz sei aber nur einer von mehreren Ansätzen, sagte Haupt-Koopmann. Umschulungen und die Erhöhung der Arbeitszeit bei Teilzeitstellen gehörten ebenfalls dazu. Demnach arbeiten in der Altenpflege 40 Prozent der Frauen nur Teilzeit. Würde jede pro Woche fünf Stunden mehr arbeiten, entspräche dies zusätzlich 480 Vollzeitstellen.

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Der Fachkräftemangel ist bei fast zwei Drittel der Unternehmen die größte Herausforderung, wie aus der jüngsten Konjunkturumfrage der drei Industrie- und Handelskammern (IHK) Mecklenburg-Vorpommerns hervorgeht. "Mecklenburg-Vorpommern wird zukünftig noch stärker auf die Gewinnung von Fachkräften von außerhalb angewiesen sein", erklärte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

"Die Bundesregierung rechnet damit, dass mittelfristig 25.000 Fachkräfte pro Jahr diese Möglichkeit nutzen werden", erläuterte Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit. Dies werde einige Jahre Anlaufzeit benötigen und sei eine ambitionierte Zahl. Das Gesetz werde den Fachkräftemangel in Deutschland nicht beheben, nur Lücken verkleinern. Interessant seien etwa Fachkräfte aus Südamerika, den westlichen Balkanländern und aus Asien, insbesondere Vietnam, Indonesien und den Philippinen.

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NDR 1 Radio MV | 28.02.2020 | 18:40 Uhr

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