Darstellung des Coronavirus mit farbigen Kurven im Hintergrund © PantherMedia/Colourbox Foto: lamianuovasupermai

Neue Corona-Ampel: Krankenhausbelegung entscheidender Faktor

Stand: 16.09.2021 06:20 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei Neuinfektionen hat in MV als Leitkriterium ausgedient. Die Zahl schwerer Krankheitsfälle ist künftig entscheidend dafür, welche Schutzmaßnahmen im Land ergriffen werden.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern ändert den Maßstab für die Corona-Schutzmaßnahmen. Entscheidender Faktor ist ab sofort die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern und nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz bei Neuinfektionen. Nach Angaben von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) verständigte sich das Kabinett auf eine entsprechende Änderung, die dem geänderten Bundesinfektionsschutzgesetz entspricht.

Infektionen nur noch an zweiter Stelle

Die Hospitalisierungs-Inzidenz ist künftig dafür entscheidend, welche Farbe die Corona-Ampel in einer Region hat, so der Minister. Sie gibt die Zahl der Covid-19-Patienten an, die innerhalb der zurückliegenden sieben Tage in Kliniken eingeliefert wurden. In einem zweiten Schritt werden die Zahl der Neuinfektionen und die Auslastung der Intensivstationen betrachtet. Sollten diese Indikatoren besonders hoch oder besonders niedrig sein, kann die Corona-Ampel um eine Stufe nach oben oder unten verändert werden.

Beispiele für Corona-Warnkarten für Mecklenburg-Vorpommern mit unterschiedlichen Werten. © NDR Foto: NDR Beispiele für Corona-Warnkarten für Mecklenburg-Vorpommern mit unterschiedlichen Werten. © NDR Foto: NDR

An Risikostufen und Verschärfungen ändert sich nichts

Es gibt weiterhin vier Ampelstufen. Auch die zu jeder Ampelstufe gehörenden Corona-Regeln gelten weiterhin. Sie treten auch unter der neuen Regelung erst dann in Kraft, wenn ein Kreis oder eine Stadt drei Tage in Folge in einer höheren Ampelstufe liegt. Umgekehrt muss eine Region weiterhin fünf Tage in einer niedrigeren Risikostufe liegen, um Verschärfungen wieder zurückzunehmen.

Niedrigere Corona-Warnstufen wahrscheinlich

Holger Wangerin vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) sagte gegenüber NDR MV LIVE, dass die neue Regelung mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen werde, dass niedrigere Corona-Warnstufen erreicht werden. Lange Zeit führten viele Infektionen auch zu vielen Krankenhauseinweisungen. Durch die Corona-Impfungen sei dieser Zusammenhang entkoppelt, da Erkrankungen bei Geimpften in der Regel sehr viel milder verlaufen und weniger Patienten ins Krankenhaus müssen. Außerdem werden, wenn überhaupt, höhere Warnstufen später als bisher erreicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 16.09.2021 | 15:00 Uhr

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