Stand: 06.12.2019 06:48 Uhr

Neubrandenburg: Mordprozess gegen Vater und Sohn

Das Justizzentrum in Neubrandenburg © DPA-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Ein 39-Jähriger aus Malchin und dessen Sohn müssen sich in Neubrandenburg wegen Mordes vor Gericht verantworten. (Archivbild)

Vor dem Landgericht Neubrandenburg müssen sich seit Donnerstag ein 39-jähriger Mann aus Malchin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und dessen mittlerweile 17-jähriger Sohn wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten. Der Prozess wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Die Verteidiger des noch Minderjährigen hatten einen entsprechenden Antrag bei Prozessbeginn am Donnerstag gestellt. Es habe "über Facebook schon Drohungen gegeben." Es drohten erhebliche Nachteile für die Entwicklung des Jugendlichen, wenn öffentlich verhandelt werde. Dem folgte die Kammer. Die Urteilsverkündung soll wieder öffentlich sein.

Vorwurf: Wasserflasche in den Mund gepresst und Nase zugehalten

Die beiden Angeklagten sollen gemeinsam Ende Juni in Malchin einen 61-Jährigen getötet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten vor, ihren Bekannten im Streit schwer mit Schlägen und Messerstichen misshandelt und anschließend mit einer Wasserflasche ertränkt zu haben. Dabei soll der Sohn auf Anordnung des Vaters dem Opfer die gefüllte Flasche in den Mund gepresst und dessen Nase zugehalten haben. Das Opfer soll sich zuvor bei dem Vater über Lärm bei dessen privater Feier im Hinterhof eines Wohnhauses beschwert haben. Die Leiche des Opfers ist erst später gefunden worden, nach dem die Polizei ursprünglich wegen mehrerer beschädigter Autos gerufen worden war.

Vater leistete Polizisten Widerstand

Während dieses Einsatzes wurden die Polizisten von dem Vater unter anderem mit einem Fleischerbeil bedroht. Der Mann soll vorher neun Autos demoliert haben. Erst nach mehreren Warnschüssen ließen sich der Malchiner und sein Sohn festnehmen. Sie sitzen seit Juni in Untersuchungshaft.

Lebenslängliche Haftstrafen drohen

Vor Gericht machten die Angeklagten nach Angaben ihrer Anwälte zunächst keine Angaben. Es sei aber offen, ob das im Prozessverlauf noch erfolge. Auch im Ermittlungsverfahren hatten die Angeklagten geschwiegen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte. Dem Vater droht bei einer Verurteilung wegen Mordes eine lebenslängliche Haftstrafe, dem jugendlichen Sohn bis zu zehn Jahre Gefängnis. Für den Prozess sind zunächst drei Verhandlungstage angesetzt. Geladen sind mehrere Zeugen sowie drei Gutachter, darunter eine Gerichtsmedizinerin und ein Psychiater. Der Prozess soll am 16. Dezember und im Januar 2020 fortgesetzt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.12.2019 | 16:00 Uhr

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