Stand: 22.10.2019 15:38 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Mikroplastik und Schadstoffe belasten den Boden

Rund einhundert Experten haben am Dienstag im Rathaus von Rostock über der Bodenschutz diskutiert. Überbauung sowie die Verbreitung von Mikroplastik und Schadstoffen belasten die Böden in Mecklenburg-Vorpommern, hieß es beim zweiten Rostocker Bodensymposium.

Bodenschutz wird bislang zu wenig beachtet

Der Vizepräsident des Bundesbodenverbandes, Olaf Penndorf, warnte vor übermäßiger Bodennutzung: "Dem deutschen Boden geht es mittelprächtig bis schlecht, weil er einem zu hohen Nutzungsdruck ausgesetzt ist". Der Boden sei ein zentrales Schutzgut, von dem alles andere abhänge. Da Böden aber im Gegensatz zu Wasser und Luft in Deutschland kein öffentliches Gut seien, werde der Bodenschutz zu wenig beachtet.

Rostocker Bodenschutzverordnung bald in Kraft

Laut Penndorf gelangen derzeit zu viele Schadstoffe ins Erdreich. Auf Dauer könnten sie die Trinkwasserqualität beeinträchtigen und sich negativ auf Pflanzen und Tiere auswirken. Um das zu ändern, hat die Stadt Rostock auf der Tagung eine Bodenschutzverordnung vorgestellt, die im kommenden Jahr in Kraft tritt. Diese beinhaltet unter anderem regelmäßige Messungen, die Erweiterung von Schutzzonen in Wäldern und Mooren sowie einen Leitfaden für den Umgang mit Böden bei Bauvorhaben.

Verband unterstützt Bauherren beim Bodenschutz

Auch der Bundesbodenverband bietet eine Baubegleitung an, damit Bauherren sorgsamer mit dem Boden umgehen. "Typisch beim Bau eines Einfamilienhauses ist die Lagerung von Baumaterialien auf dem Grundstück. Nichts bleibt da mehr im natürlichen Zustand", sagte Penndorf.

Weitere Informationen

Plastik in Komposterde nachgewiesen

28.05.2018 20:15 Uhr

Komposterde für den Anbau von Kräutern und Gemüse kann Plastikteile enthalten. In einer Stichprobe von Markt enthielten alle acht untersuchten Sorten Kunststoffpartikel. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.10.2019 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:24
Nordmagazin