Stand: 03.03.2020 14:56 Uhr

Mehr Lehrer krank - Linke fordert weniger Unterricht

Der Krankenstand bei Lehrern in Mecklenburg-Vorpommern ist in einigen Regionen und Schularten deutlich gestiegen. Besonders betroffen sind Lehrer an den Berufsschulen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Oldenburg: Vertretungssystem überfordert

An den Berufsschulen waren demnach im Schuljahr 2017/18 gut acht Prozent der Lehrkräfte krankgeschrieben - knapp ein Prozent mehr als im Jahr zuvor. An den allgemeinb/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/oldenburg1192_v-contentxl.jpgildenden Schulen gab es in den Schulamtsbereichen Rostock und Greifswald mehr kranke Lehrer. Insgesamt hätten damit 750 Lehrkräfte während des gesamten Schuljahrs gefehlt, sagte Linksfraktionschefin Simone Oldenburg. Damit sei das System der Vertretungslehrkräfte komplett überfordert.

Bildungsministerin setzt auf Gesundheitsmanagement

Die Linksfraktion fordert wöchentlich eine Stunde weniger Unterricht für Lehrkräfte, um diese Stunde als Vertretungsreserve nutzen zu können. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht den Krankenstand als Beleg für die dauerhaft hohe und steigende Arbeitsbelastung an den Schulen. GEW-Landeschef Maik Walm fordert neben der Senkung der Pflichtstundenzahl auch Modelle zur flexibleren Arbeitszeitgestaltung. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) setzt auf betriebliches Gesundheitsmanagement. Das Land werde mehr Stellen für Arbeitspsychologen finanzieren, so die Ministerin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.03.2020 | 15:00 Uhr

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