Stand: 07.11.2018 16:57 Uhr

MV stellt Pflegeausbildung an Hochschulen neu auf

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93.000 Pflegebedürftige in MV in 2030: Im Nordosten droht ein Mangel an Pflegekräften.

Von 2020 an wird die Pflegeausbildung an allen Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern neu und einheitlich aufgestellt. Wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Mittwoch sagte, sollen die Universitätsmedizin-Standorte Greifswald und Rostock sowie die Hochschule Neubrandenburg gemeinsam ein Konzept für eine Pflegeausbildung erarbeiten.

Neue Ausbildung von 2020 an

Die Ausbildung an der Hochschule sei eine Säule des Reformgesetzes für die Pflegeberufe, das am 1. Januar 2020 in Kraft treten werde, sagte Glawe. Dafür würden die drei bislang getrennten Ausbildungen - Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege - zu einer übergreifenden Ausbildung zusammengefasst, so der Minister. Am Ende stehe dann der Abschluss "Pflegefachfrau/-mann".

93.000 Pflegebedürftige in 2030 in MV

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Neue Ausbildungskonzept an den Hochschulen in MV: Gesundheitsminister Glawe will Pflegeberufe stärken.

In Mecklenburg-Vorpommern droht nach Berechnungen des Gesundheitsministeriums in den kommenden Jahren ein spürbarer Pflegenotstand. Demnach müssen im Nordosten im Jahr 2030 etwa 93.000 Pflegebedürftige versorgt werden. Laut Landesseniorenbeirat fehlen in vielen Regionen Kurzzeit-Pflegeplätze. Sie werden zum Beispiel gebraucht, wenn pflegende Angehörige in den Urlaub fahren wollen.

Städte- und Gemeindetag: Versorgung nicht sichergestellt?

Nach Ansicht des Städte- und Gemeindetags sind die fehlenden Pflegekräfte das vorrangige Problem bei der Versorgung. Wie ein Vertreter bei einer Anhörung zum neuen Landespflegegesetz am Mittwoch im Landtag monierte, seien die im Gesetzentwurf vorgesehenen Änderungen nicht ausreichend und würden der aktuellen Lage nicht gerecht. Nach Einschätzung des Städte- und Gemeindetags entwickelt sich die Pflegelandschaft im Nordosten darüber hinaus zu langsam. Die Versorgung sei auf Dauer nicht in allen Segmenten der Pflege sichergestellt.

Drese fordert mehr Lohn für Pflegepersonal

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) kündigte im Landtag an, sich für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften einzusetzen. Anbieter und Pflegekassen müssten sich künftig auf höhere Pflegesätze einigen und flächendeckende Tarifverträge anwenden, so Drese.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.11.2018 | 17:00 Uhr

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