MV gibt AstraZeneca-Impfstoff für alle Altersgruppen frei

Stand: 21.04.2021 18:33 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern kann der Impfstoff von AstraZeneca ab sofort unabhängig von der Impfpriorisierung und vom Alter verimpft werden. Ziel ist es, dass kein Impfstoff ungenutzt liegenbleibt.

"Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers ist für alle Altersklassen unabhängig von der Priorität ab sofort freigegeben", teilte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Mittwochnachmittag mit. Damit könne der Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers in Impfzentren, durch mobile Teams, in den Krankenhäusern sowie in Hausarztpraxen unabhängig von der Priorität und vom Alter verimpft werden. So werde das Vakzin einem größeren Spektrum an Patienten zur Verfügung gestellt.

Glawe: Kein Impfstoff soll ungenutzt bleiben

Hintergrund sind laut Glawe die Vorbehalte gegen den Impfstoff, der in sehr seltenen Fällen mit dem Auftreten von Sinusthrombosen in Verbindung gebracht wird. "Die Freigabe ist ein Angebot, dass diejenigen, die keine oder wenige Vorbehalte gegen den Impfstoff haben, die Möglichkeit nutzen können, sich gegen das Coronavirus auch impfen zu lassen." Denn es dürfe kein Impfstoff ungenutzt liegenbleiben, so Glawe. Ein Termin für eine Impfung sei aber erforderlich, denn der Impfstoff müsse ja vorhanden sein und bereit stehen. Bei möglichen weiteren so wörtlich "wilden" Impftagen der Landkreise in den Impfzentren müssten hingegen alle anstehen für den Pieks.

Weiterhin Beratung erforderlich

Seit Anfang Februar war das AstraZeneca-Vakzin im Nordosten verimpft worden. Bislang sind im Bundesland laut Gesundheitsministerium 115.200 Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca angekommen. Laut Glawe bleibt es weiterhin bei den bisher geltenden Vorgaben. So ist bei Patienten unter 60 Jahren entsprechend der Stiko-Empfehlung eine Beratung erforderlich.

Bisher 59 Fälle von Thrombosen in Deutschland bekannt

In Deutschland sind nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) bis Mitte April 59 Fälle von Sinus- und Hirnvenenthrombosen nach einer Impfung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca gemeldet worden. Die Betroffenen seien zwischen 13. Februar und 31. März geimpft worden. Zwölf Menschen seien gestorben, sechs Männer und sechs Frauen. Bis einschließlich 15. April wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) insgesamt mehr als 4,2 Millionen Erstdosen und 4.100 Zweitdosen des Impfstoffs verabreicht. Die sehr seltenen Fälle dieser Hirnthrombosen wurden nach PEI-Angaben bisher ausschließlich nach der ersten Impfdosis berichtet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 21.04.2021 | 19:00 Uhr

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