Stand: 25.06.2020 14:52 Uhr

Linksfraktion fordert mehr Schlachtbetriebe in MV

Ein Mitarbeiter schiebt im Schlachthof eine Rinderhälfte in einen Kühlraum. © picture alliance Foto: Oliver Krato
In der Großschlachterei in Teterow werden seit knapp einem Jahr keine Schweine mehr geschlachtet. Landwirte müssen auf andere Bundesländer ausweichen.

Nach Ansicht der Linksfraktion braucht Mecklenburg-Vorpommern mehr eigene Schlachtbetriebe. Das geht aus einer Presseerklärung hervor. Hintergrund ist die Corona-bedingte Schließung einer Fleischfabrik von Tönnies im nordrhein-westfälischen Gütersloh. Eine regionale Schlachtung und Vermarktung des Fleisches sei wichtig, heißt es in einer Presseerklärung. Deshalb brauche Mecklenburg-Vorpommern mehr Schlachtbetriebe als bislang.

Landwirte: Auch eine Frage des Tierschutzes

Auch Landwirte mahnen dies mit Blick auf den Tierschutz seit Langem immer wieder an. Denn lange Transportwege würden Stress für die Tiere bedeuten. Momentan gibt es neben der Großschlachterei in Teterow nur ungefähr 30 kleinere Schlachtbetriebe im Land. Am Standort Teterow werden seit Ende August vergangenen Jahres nur noch Rinder geschlachtet. Bis dahin wurden dort jährlich auch eine etwa halbe Million Schweine verarbeitet. Schweinebauern aus Mecklenburg-Vorpommern müssen ihre Tiere seitdem in weit entfernte Schlachthöfe fahren. Die nächstgelegene Großschlachterei liegt im 140 Kilometer entfernten Perleberg in Brandenburg.

Backhaus würde neuen Schweineschlachthof fördern

Agrarminister Till Backhaus (SPD) hatte sich für einen neuen, großen und regionalen Schweineschlachthof ausgesprochen und signalisiert, Fördermöglichkeiten dafür bereitstellen zu wollen, hieß es. Pläne dafür seien aber noch nicht spruchreif, heißt es aus dem Ministerium. Momentan sind die meisten Bauern im Nordosten, die Mastschweine halten, auf die Schlachthöfe in Perleberg und Weißenfels in Sachsen-Anhalt angewiesen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 25.06.2020 | 14:00 Uhr

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