Stand: 16.01.2020 08:32 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Land will ältere Lehrer entlasten

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) will ältere Lehrer im Landesdienst stärker entlasten. Für das kommende Schuljahr kündigte sie weitere Anrechnungsstunden für diese Lehrkräfte an. Lehrer ab dem Alter von 63 Jahren sollen demnach weitere zwei Stunden weniger unterrichten müssen. Bisher bekommen Lehrkräfte, die 57 Jahre oder älter sind, bereits eine Stunde erlassen. Ab dem Alter von 63 Jahren unterrichten sie zwei Stunden weniger. Sie wolle erfahrene Lehrer so lange wie möglich im Schuldienst halten, so die Ministerin. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte die Entscheidung. Nach GEW-Angaben verlassen die meisten Lehrer noch vor dem 63. Lebensjahr ihren Beruf. Das Land braucht in den nächsten zehn Jahren 8.000 neue Lehrer, um den Unterricht abzusichern.

Lehrermangel: Bildungsausschuss hört Experten an

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Vier von fünf Lehrern werden bis 2030 im Ruhestand sein. Gut vorbereitete Seiteneinsteiger werden immer wichtiger, wie Experten vor dem Bildungsausschuss in Schwerin erläuterten.

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Anhörung im Landtag

Die Schulen bekommen die große Ruhestands-Welle immer stärker zu spüren. Viele Fachlehrerstellen bleiben monatelang unbesetzt, weil sich keine passenden Bewerber melden. Was zu tun ist, um den Lehrermangel abzufedern, wollten die Bildungsexperten der Landtagsfraktionen am Mittwoch bei einer Anhörung im Landtag von Schulleitern, Lehrern und Schulpädagogen wissen. Die Fragen der Abgeordneten kreisten dabei um die drei großen Stellschrauben: um das Lehramtsstudium, das Referendariat und um die Lehrer, die als Seiteinsteiger an die Schulen kommen oder dort schon arbeiten.

Seiteneinsteiger wollen bessere Qualifizierung

Für sie forderte Stefan Tockner von der Landesfachgruppe der Seiteneinsteiger, „dass wir bei der Einstellung schon eine Zielvereinbarung haben, wohin unsere Ausbildung gehen soll." Die bisherigen Qualifizierungsangebote reichten nicht, vor allem denen nicht, die bereits Hochschulabschlüsse mitbringen. Bildungsministerin Martin stellte ein berufsbegleitendes Referendariat in Aussicht. Wie das konkret aussehen soll, ist noch nicht bekannt. Auch das grundständige Referendariat für Lehramtsabsolventen wurde kritisiert: zu lang, zu viel eigenständiger Unterricht und zu wenig Mentoren-Begleitung. Nicht wenige möchten diese Praxisausbildung verkürzen und entrümpeln.

Vorschlag: Praktikum an einer Schule auf dem Land

Die Lehrerausbildung sollte fachwissenschaftlich fundiert bleiben, forderte Falk Radisch, Schulpädagoge an der Universität Rostock. Ansonsten könne und müsse sich einiges ändern. Radisch schlug vor, dass Lehramtsstudierende ihre Praktika über Schulnetzwerke organisieren, denen vor allem Schulen im ländlichen Raum angehören. Seiner Meinung nach haben viele angehende Lehrer völlig falsche Vorstellungen von diesen Schulen.


16.01.2020 09:43 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Lehrer ab dem Alter von 63 Jahren sollen noch eine Stunde weniger unterrichten müssen. Inzwischen hat das Bildungsministerium seine Angaben korrigiert. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 15.01.2020 | 17:10 Uhr

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