Stand: 10.12.2019 17:01 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Klimawandel bedroht Naturerbe: "Heilige Hallen" in Not

Die "Heiligen Hallen": Schon seit Mitte des 19.Jahrhunderts wird dieser Buchenwald nicht mehr bewirtschaftet. (Archivbild)

Die Trockenheit der vergangenen Sommer hat auch die Buchenwälder rund um Feldberg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) stark geschädigt. Betroffen vom Buchensterben sind auch die "Heiligen Hallen" - wohl einer der älteste Buchenwälder Deutschlands. Viele der Bäume dort sind mehr als 300 Jahre alt, manche Baumriesen bringen es auf über 50 Meter Höhe.

Alte Bäume mit Klimaveränderungen überfordert

Es sei lebensgefährlich, die Buchenwälder zu betreten, heißt es vom zuständigen Forstamt Lüttenhagen. Betroffen seien neben den "Heiligen Hallen" praktisch alle Wälder rund um Feldberg. Die Forstarbeiter seien derzeit damit ausgelastet, geschädigte Bäume an Straßen zu fällen. Für die Wanderwege fehle es derzeit schlicht an Kapazitäten. Die alten Bäume in den "Heiligen Hallen" habe es besonders schwer getroffen. Sie könnten sich auf die Klimaveränderung nicht mehr einstellen, hieß es.

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Seit 1850 geschütztes "Totalreservat"

Das Betreten auf eigene Faust ist in den "Heiligen Hallen" schon lange verboten, denn das Waldgebiet südlich von Lüttenhagen ist ein sogenanntes Totalreservat. Seit 1850 darf sich der Wald weitgehend ungestört entwickeln. So bleibt totes Holz liegen und bietet Lebensraum für Vögel, Insekten und Pilze.

Mächtige Stämme erinnern an gotische Kirchen

Seinerzeit verfügte der Großherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz, dass das etwa 25 Hektar große Gebiet für alle Zeiten unverändert werden soll. Seit 1908 steht der Wald auf der Liste der Naturdenkmäler Mecklenburgs. Den Namen "Heilige Hallen" soll der Wald einst bekommen haben, als die mächtigen Buchenstämme an Säulen in gotischen Kirchen erinnerten und dichtes Laub ein Dach bildete. Betreten werden dürfen die "Heiligen Hallen" nur im Rahmen von Führungen, auch zum Schutz der Besucher.

Karte: Naturschutzgebiet Heilige Hallen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.12.2019 | 17:00 Uhr

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