Stand: 30.09.2018 12:00 Uhr

Kaum ein Fluss in gutem Zustand

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Nur drei Prozent aller Flüsse im Nordosten sind in einem guten ökologischen Zustand.

Am letzten Sonntag im September wird der Internationale Tag der Flüsse gefeiert. Er soll weltweit auf den Wert von Wasserstraßen, Flüssen und Bächen aufmerksam machen und das Engagement für gesunde Flüsse und sauberes Wasser fördern.

Kaum ein Fluss in Mecklenburg-Vorpommern ist im sogenannten guten ökologischen Zustand, genau genommen sind es nur drei Prozent. In die Bewertung spielt hinein, wie sich das Wasser chemisch zusammensetzt und wie die Ökologie des Flusses aussieht. Laut Bund für Umwelt und Naturschutz sind die Flüsse im Nordosten immer noch übermäßig mit Nährstoffen wie Stickstoff und Nitrat belastet, Hauptquelle ist demnach die Landwirtschaft.

Gesunde Flüsse brauchen natürliche Verhältnisse

Viele Flüsse in Deutschland sind künstlich vertieft, begradigt, kanalisiert. Buhnen und Deiche begrenzen die Ufer, Wehre und Staustufen verhindern das freie Fließen des Wassers. Das setzt auch die Selbstreinigungskräfte der Flüsse außer Kraft. Sie brauchen natürliche Strukturen wie Sandbänke, Steilufer, Tümpel, Wiesen und Auwälder. Diese können laut BUND nur durch einen natürlichen Wechsel aus Hoch- und Niedrigwasser entstehen. Das ist auch für den Klima- und Hochwasserschutz entscheidend: Regelmäßig durchströmte Auen von frei fließenden Flüssen speichern große Mengen Wasser in ihren Böden, sie filtern es und geben es nach und nach ans Grundwasser ab.

BUND: "Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wird verschleppt"

Nach der sogenannten Wasser-Rahmenrichtlinie, die in der ganzen EU gilt, hätten alle Gewässer in Deutschland schon vor drei Jahren wieder in einem guten ökologischen Zustand sein sollen. Davon sei die Bundesrepublik meilenweit entfernt, sagt der Bund für Umwelt und Naturschutz. Er fordert Bund und Länder auf, ambitionierter an den Gewässerschutz heranzugehen. Derzeit werde die Umsetzung der Wasser-Rahmenrichtlinie verschleppt und blockiert.

Renaturierungen zeigen Wirkung

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Die Recknitz (hier bei Bad Sülze) ist einer der wenigen Ostseezuflüsse, in denen die Belastung durch Schadstoffe zurückgegangen ist.

Dennoch, ein paar gute Beispiele gibt es in Mecklenburg-Vorpommern. In den vergangenen Jahren wurde der natürliche Flusslauf der Nebel, das ist der größte Zufluss zur Warnow, für insgesamt sieben Millionen Euro wiederhergestellt. Und auch der Lauf der Recknitz wurde renaturiert - zwischen Bad Sülze und Dudendorf auf fast 10 Kilometern. Die Recknitz ist jetzt einer der wenigen Ostseezuflüsse, in denen die Belastung durch Nährstoffe und Schadstoffe zurückgegangen ist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.09.2018 | 12:00 Uhr

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