Stand: 06.05.2020 10:38 Uhr

Görminer und Dargeliner gegen weitere Windräder

Gutshaus von Dargelin
Das Gutshaus in Dargelin: Viele Einwohner des Dorfes wollen keine Windräder in ihrer Gemeinde.

In einer Bürgerversammlung in der Dargeliner Nachbargemeinde Görmin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) haben sich am Mittwoch viele Bürger gegen den neuen Windpark mit 13 Windrädern ausgesprochen. Der Bürgermeister von Görmin, Thomas Redwanz von der BGG (Bürgergemeinschaft Görmin) sagte, "Die persönlichen Gründe, die hier angeführt sind, die sind ja relevant und nicht von der Hand zu weisen."

Kritiker befürchten Wertverlust

Aus den Plänen soll, den Kritikern zufolge hervorgehen, dass die 13 Anlagen nicht die vorgeschriebenen Mindestabstände zu Wohnhäusern einhalten, auch der Artenschutz werde nicht respektiert, weil in der Nähe von Dargelin ein Schreiadlerpaar brütet. Und wenn die Windräder stehen, immerhin bis zu 241 Meter hoch, dann müssten die Bewohner mit einem Wertverlust ihrer Häuser rechnen, hieß es immer wieder in der Diskussion.

Kritiker: Kein Windeignungsgebiet

Görmin und Dargelin liegen südlich von Greifswald - nahe der Autobahn 20. Auf dem Görminer Gemeindegebiet stehen bereits 13 Windräder. Bürgermeister Redwanz sagte, seiner Erfahrung nach könnten durch die Einwände der Bürger nicht alle der neu geplanten verhindert werden, die Abwägung dessen, was dafür und dagegen spricht, werde aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Jens Pörksen vom Aktionsbündnis Freier Horizont kritisierte, dass eine Entscheidung für die Windräder gegen die Regionalplanung verstoßen würde. Der zuständige Planungsverband habe nämlich wegen des Schreiadlerpaares das betroffene Gebiet als nicht geeignet für Windräder eingestuft.

Gemeinde ohne Mitspracherecht

Obwohl sich die Gemeindevertreter sowohl aus Görmin, als auch aus Dargelin gegen die Windräder ausgesprochen haben, können sie den Bau voraussichtlich nicht verhindern. Denn das letzte Wort hat das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu). Dieses Amt prüft die Pläne der Investoren und entscheidet dann, ohne dass die Gemeinden ein direktes Mitspracherecht hätten. Diese Entscheidung wird für Herbst erwartet - sollte das Stalu die Genehmigung erteilen, können die Gemeinden dagegen klagen.

Weitere Informationen
Ein Windrad steht auf einem Feld. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.05.2020 | 16:00 Uhr

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