Gastronomie in MV in Sorge: Steigende Kosten existenzbedrohend

Stand: 22.06.2024 10:52 Uhr

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Mecklenburg-Vorpommern blickt mit Sorge auf die derzeitige Situation der Gastronomiebranche. Eine gute Sommersaison sei für viele Betriebe existenziell.

Steigende Kosten und eine gleichzeitig sinkende Nachfrage bedrohen offenbar die Existenz vieler Gastronomen in Mecklenburg-Vorpommern. Es gebe so viele Betriebsabmeldungen wie noch nie, sagte Dehoga-Präsident Lars Schwarz der Deutschen Presseagentur. Auf Nachfrage von NDR 1 Radio MV präzisierte er, dass es sich hier tatsächlich um Geschäftsaufgaben handele. Die um rund 15 Prozent gestiegenen Preise der Gastronomen würden zu einem Gästerückgang führen. "Die kleinen Leute, die im Urlaubsland Mecklenburg ja auch unsere Gäste sind, können sich viele Sachen nicht mehr leisten", betonte Schwarz. Die Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung zum 1. Januar habe weiterhin gravierende Auswirkungen auf die Gastronomie.

Viele Faktoren bedingen die steigenden Preise

Auch der Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern bestätigt diese Entwicklung. "Die Preise in der Gastro sind dort angekommen, dass sich eine klassische vierköpfige Familie den Restaurantbesuch gut überlegt", erklärte die Geschäftsführerin des Bäderverbands, Annette Rösler. Pommes und Fischbrötchen von der Bude seien im Zweifelsfall die Alternative. Schwarz geht davon aus, dass die Preise weiter steigen könnten, da viele Faktoren zusammen kämen. Hohe Lebensmittel- und Energiekosten seien etwa für viele ein Problem. Durch den Anstieg des Mindestlohns seien aber auch die Personalkosten drastisch gestiegen - wenn Personal überhaupt gefunden werde.

Gute Vorbuchungen für die Hauptsaison

Die Hoffnungen ruhen nun auf guten Geschäften während der Hauptsaison. Der Bäderverband ist in dieser Hinsicht zuversichtlich. "Die Vorbuchungen für den Sommer liegen deutlich über denen des Vorjahres", sagte Rösler. Die Auslastung müsse allerdings von Ort zu Ort differenziert betrachtet werden. In Regionen mit vielen Hotels seien die Auswirkungen des Personalmangels deutlicher zu spüren. In den Orten, in denen Ferienwohnungen oder Ferienhäuser vorherrschten, sehe es anders aus. Lars Schwarz weist darauf hin, dass die Gastronomen auf Grund der sinkenden Nachfrage vermehrt mit Sonderangeboten locken müssten. Sein Fazit: "Diese Saison wird für viele überlebenswichtig".

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 22.06.2024 | 19:30 Uhr

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Tourismus

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