Stand: 23.01.2018 16:26 Uhr

Drese zu Kinderschutz: Frühwarnsystem verbessert

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Jugendämter in MV prüfen Jahr für Jahr rund 3.500 Verdachtsfälle von Kindswohlgefährdung. (Symbolbild)

Das Frühwarnsystem beim Kinderschutz in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Ansicht von Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) in den vergangenen zehn Jahren deutlich besser geworden. Neben einem dichten Netz ärztlicher Vorsorgeuntersuchungen habe auch die Kinderschutz-Hotline maßgeblich dazu beigetragen.

Anrufer bleiben anonym

Die zentrale Rufnummer 0800 - 14 14 007 war 2008 unter anderem als Reaktion auf den Hungertod des Schweriner Mädchens Lea-Sophie eingerichtet worden. Behörden könnten bei Hinweisen auf Vernachlässigung, Gewaltanwendung oder Missbrauch schon frühzeitig aktiv werden. Dass die Anrufer anonym blieben, helfe dabei, wichtige Hinweise aus dem engen, privaten Umwelt der Betroffenen zu erhalten, hieß es.

Eine Person telefoniert mit einem Mobiltelefon.

Zehn Jahre Kinderschutz-Hotline in MV

Nordmagazin -

Die Jugendämter in MV prüfen rund 3.500 Mal im Jahr den Verdacht auf Kindeswohlgefährdung. Hinweise dazu kommen auch über die Kinderschutz-Hotline des Landes.

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265 Hinweise kamen 2016 über die Hotline

Im Jahr 2016 gingen 265 Hinweise auf eine mögliche Misshandlung oder Vernachlässigung von Kindern bei der Hotline ein - mehr als fünf Anrufe pro Woche. Trotz zuletzt rückläufiger Nutzungszahlen halte das Land an der Kinderschutz-Hotline fest. "Das ist als niederschwelliges Hilfsangebot eine wichtige Ergänzung zu den anderen Präventionsmaßnahmen", sagte Drese am Dienstag in Schwerin.

Kinderschutz-Hotline in MV

Unter der Nummer 0800 - 14 14 007 haben Menschen die Möglichkeit, kostenfrei Hilfe zu suchen oder Beobachtungen zu melden - falls gewünscht auch anonym.

Rund 3.500 Verdachtsfälle pro Jahr

Wie aus dem Kinderschutzbericht des Landes hervorgeht, prüfen die Jugendämter jeden der insgesamt rund 3.500 Verdachtsfälle auf Gefährdung des Kindeswohls, nicht nur Hinweise, die über die Hotline kommen. Nach früheren Angaben des Ministeriums werden im Nordosten pro Jahr etwa 1.000 Kinder vorsorglich aus ihrem Familienumfeld genommen. Besonders oft griffen die zuständigen Ämter bei Kleinkindern unter drei Jahren ein, häufig auch bei Jugendlichen in der Pubertät. Drese sagte, es müsse trotz rückläufiger Zahlen alles getan werden, um Kinder vor physischer und seelischer Gewalt zu schützen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.01.2018 | 16:00 Uhr

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