Stand: 26.05.2019 08:39 Uhr

Die Europawahl in Mecklenburg-Vorpommern 2019

Am 26. Mai treten bundesweit insgesamt 41 Parteien zur Europawahl an. Jede Partei hat Bundeslisten aufgestellt - je nach Wahlergebnis berechnet sich, wie viele Plätze jede Partei im neuen Europaparlament erhält. Im neuen EU-Parlament wird Deutschland insgesamt 96 Abgeordnete stellen. Auf dem Stimmzettel wird der Wähler damit die Wahl aus 40 Parteien haben. Insgesamt bewerben sich 1.380 Kandidaten in Deutschland um den Einzug ins Europa-Parlament. Der Frauenanteil unter den Bewerbern liegt bei 34,7 Prozent.

26 Bewerber aus MV

Aus Mecklenburg-Vorpommern bewerben sich insgesamt 26 Männer und Frauen um den Einzug ins EU-Parlament. Werner Kuhn (CDU), Iris Hoffmann (SPD), Arne Gericke (Bündnis C) sind bereits Europaabgeordnete - alle drei treten erneut an. Nach Umfragen und Listenplatzierung haben außerdem Hagen Brauer (AfD) und Niklas Nienaß (Bündnis 90/Die Grünen) gute Chancen auf einen Einzug ins Europaparlament.

Lea Struckmeier steht in einem Erklärvideo zur Europawahl neben einem Bild des Europaparlaments.

Darum geht's: Europawahl

Hamburg Journal -

Am 26. Mai können die deutschen EU-Bürger wieder Abgeordnete ins Europäische Parlament in Straßburg wählen. Doch wie genau läuft die Wahl ab? Lea Struckmeier erklärt's.

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Fischerei und Fördergelder: Werner Kuhn (CDU)

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Werner Kuhn ist bereits seit zehn Jahren Abgeordneter des Europaparlaments.

"Kuhn oder keiner - für MV in Brüssel!" - So bewirbt die CDU ihren Kandidaten auf Großplakaten, der bereits seit zehn Jahren Mitglied des Europäischen Parlaments ist. Der 64-jährige Ingenieur stammt gebürtig von der Halbinsel Zingst und studierte Schiffstechnik in Rostock. Privat und politisch verbindet ihn viel mit Schiffen und Fischerei. Im EU-Parlament ist er unter anderem stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Fischerei. Während seiner politischen Karriere war Kuhn bereits Bürgermeister des Ostseebades Zingst, Landrat des damaligen Kreises Ribnitz-Damgarten, Mitglied des Landtags und zweimal Bundestagsabgeordneter. Dazwischen war er in leitender Funktion oder als Unternehmer tätig. Wirtschaftlich und sozial will sich Kuhn dafür einsetzen, dass weiter Fördergelder nach Mecklenburg-Vorpommern fließen.

Familie und ein christliches Fundament: Arne Gericke (Bündnis C)

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Arne Gericke hat sich Familienpolitik auf die Fahne geschrieben.

Seit 2014 ist Arne Gericke Mitglied des EU-Parlaments. Eingezogen war er zunächst als Spitzenkandidat der Familienpartei, wechselte seitdem aber zweimal die Partei. Seit Herbst vergangenen Jahres ist der 54-Jährige beim "Bündnis C", einem Zusammenschluss der Parteien Bibeltreuer Christen und der Partei für Aufbau, Umwelt und Familie. Die Christdemokraten sind ihm nach eigener Aussage zu liberal geworden. Im EU-Parlament hat sich der gelernte Kaufmann der Fraktion der Konservativen und Reformer angeschlossen und ist außerdem in drei Ausschüssen und einer Delegation vertreten.

Gericke wohnt mit seiner Frau und vier eigenen sowie drei angenommenen Kindern in Neubukow im Landkreis Rostock. 2012 wurde er vom Bundesfamilienministerium zum "Spitzenvater des Jahres" ernannt. "Familie" ist nach wie vor sein zentrales Thema und soll daher aus seiner Sicht besser gestellt werden.

Findet das EU-Parlament "überflüssig": Hagen Brauer (AfD)

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Hagen Brauer ist Immobilien-Unternehmer in Schwerin und hält das EU-Parlament für überflüssig.

Hagen Brauer, gebürtiger Thüringer und Doktor der Chemie, tritt für die AfD an. Der ehemalige Bauausschuss-Vorsitzende ist Immobilien-Unternehmer in Schwerin. Aus der Stadtvertretung und der CDU trat er 2016 aus, wechselte zur AfD und stieg dort schnell zum Fraktionschef in der Stadtvertretung und später zum Mitglied des AfD-Landesvorstandes auf. "Warum bewerbe ich mich um die Mitgliedschaft in einem Parlament, das ich für überflüssig halte?" fragte er in seiner Vorstellungsrede beim Parteitag in Riesa, bei dem ihn die AfD auf den Listenplatz 15 für die Europawahl wählte. Eine Antwort bleibt der Kandidat schuldig. Dass allerdings Werner Kuhn, in seinen Augen der "EU-Platzhirsch", EU-Fördermittel im Land verteilt, das ärgert das ehemalige CDU-Mitglied. Brauer will offenbar beides, EU-Parlament sowie den Euro abschaffen und trotzdem EU-Fördergelder verteilen. Beim AfD-Parteitag in Riesa legte Brauer eine Art Treue-Schwur ab: Mit Treue und Verlässlichkeit wolle er das "finale Unheil vom deutschen Volk abwenden."

Junge Politik für Europa: Niklas Nienaß (Bündnis 90/Die Grünen)

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Niklas Nienaß ist 27 Jahre alt. Im EU-Parlament möchte er Politik für junge Menschen machen, aber auch die Jugend für die Politik begeistern.

Niklas Nienaß ist 27 Jahre alt, Mitglied des Landesvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen in MV und hat auf Bundeslistenplatz 18 beim derzeitigen Umfrage-Hoch der Partei gute Chancen, in das EU-Parlament einzuziehen. Für den nach eigener Aussage "glühenden Europäer" ist das hohe Durchschnittsalter im EU-Parlament einer der ausschlaggebenden Gründe für seine Kandidatur. Sein Ziel ist es, junge Politik zu betreiben, aber auch mehr Jugendliche in die Politik zu holen und längerfristig zu halten, so Nienaß.

Parteichefin Annalena Baerbock räumt Nienaß von allen Parteien die größten Chancen auf einen Einzug ins Europa-Parlament ein. Gerade weil sich die Jugend um ihre ökologische Zukunft gebracht fühle, seien junge Menschen für Europa wichtig und sein Einzug auch ein starkes Zeichen für Mecklenburg-Vorpommern.

Kennt sich mit Geldern aus: Iris Hoffmann (SPD)

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Iris Hoffmann ist Betriebswirtin, war Mitglied im Bundeshaushaltsausschuss und hat die Fördergelder für MV fest im Blick.

Iris Hoffmann aus Stäbelow bei Rostock ist Betriebswirtin und leitete das Amt für Finanzen im Kreis. In ihrer Zeit als Bundestagsabgeordnete gehörte sie dem Haushaltsausschuss an. Nun will die Spitzenkandidatin der Landes-SPD für eine zweite Legislaturperiode ins Europäische Parlament. 4,5 Milliarden Euro sind in der vergangenen Fördermittelperiode aus EU-Töpfen nach Mecklenburg-Vorpommern geflossen, sagt sie.

Das Land soll ihrer Ansicht nach weiter von den Regionalfonds profitieren, auch wenn - sollte Großbritannien den Austritt schließlich bewerkstelligt haben - generell weniger Geld zur Verfügung steht. Sie will in der Landwirtschaft diejenigen belohnen, die etwas für Umweltschutz tun. Außerdem will sie sich dafür stark machen, dass junge Menschen in ihren Ländern Ausbildung und Arbeit finden und die Einigkeit und den Zusammenhalt innerhalb der EU fördern.

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Dirk Baumann ist seit mehr als 30 Jahren als Heringsfischer auf der Ostsee unterwegs. Er fischt in der Nähe der Insel Usedom - und ist direkt betroffen von den EU-Fangquoten. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.05.2019 | 21:05 Uhr

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