Corona-Fälle in Praxis: Ermittlungen gegen Schweriner Arzt

Stand: 05.05.2021 17:56 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Schweriner Arzt eingeleitet, in dessen Praxis möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Patienten bestand, sich mit Corona anzustecken.

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen einen Schweriner Arzt aufgenommen. Es bestehe der Anfangsverdacht eines strafbaren Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Hintergrund seien Hinweise, wonach innerhalb der Praxis des Arztes wiederholt von medizinischem Personal gegen die Pflicht verstoßen wurde, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Grundlage der Ermittlungen seien insbesondere Informationen aus dem Schweriner Gesundheitsamt, so die Staatsanwaltschaft.

Bislang kein Test positiv

Die Stadtverwaltung Schwerin hatte am Wochenende mehr als 200 Patientinnen und Patienten der chirurgischen Praxis in der Schweriner Weststadt vorsorglich in Quarantäne geschickt. Bislang haben sich rund 170 Personen testen lassen. Unter den bislang 127 Testergebnissen sind keine positiven. Das teilte die Stadt am Mittwoch mit. Weitere Ergebnisse sollen in den kommenden Tagen vorliegen. Gut 30 Patienten hatte das Gesundheitsamt telefonisch noch nicht erreichen können. Sie sollten angeschrieben werden.

"Gefahr in Verzug"

Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) rechtfertigte das Vorgehen der Stadt. Am vergangenen Freitag habe es Hinweise gegeben, dass eine Mitarbeiterin der Praxis sich nicht an die Hygieneregeln gehalten habe. Deshalb wurde die Praxis aufgefordert, die Kontaktdaten der Patienten herauszugeben, die in der Woche zuvor mehr als zehn Minuten in der Praxis waren. Da der Praxisinhaber dies verweigert habe, habe die Stadt durch öffentliche Aufrufe die Patienten ausfindig machen müssen. Es sei "Gefahr in Verzug" gewesen, so Badenschier. Der Praxisinhaber sei erst aktiv geworden, nachdem ihm ein Zwangsgeld angedroht wurde. Insgesamt wurden drei Mitarbeiter der Praxis positiv auf Corona getestet.

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Praxisinhaber im fraglichen Zeitraum in Quarantäne

Der Praxisinhaber ließ über einen Anwalt mitteilen, dass er seit dem 20. April nicht in der Praxis gewesen sei. An diesem Tag habe er eine Quarantäne-Anordnung bekommen. In dem fraglichen Zeitraum vom 21. bis zum 28. April habe ihn ein Arzt in der Praxis vertreten. Zu Äußerungen der Stadt, er habe die Daten der möglicherweise betroffenen Patienten nicht herausgegeben, ließ der Praxisinhaber mitteilen, dass wegen der Quarantäne-Anordnung gegen ihn und eine Praxismitarbeiterin dies zwischenzeitlich nicht möglich gewesen sei. Zudem verwies der Anwalt des Praxisinhabers darauf, dass seinem Mandanten keine Hinweise auf Verstöße gegen die Maskenpflicht oder auf Krankheitssymptome von Praxismitarbeiterinnen bekannt seien.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 05.05.2021 | 12:00 Uhr

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