Stand: 29.05.2019 15:34 Uhr

Behörde genehmigt das "Fusion Festival"

Das Musik- und Kulturfestival "Fusion" in Lärz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) kann seitens der Behörden planmäßig stattfinden. Wie das Ordnungsamt Röbel/Müritz mitteilte, werde eine entsprechende Verfügung in der kommenden Woche erstellt. Das zuständige Amt genehmigte das Sicherheitskonzept des Veranstalters, nachdem dieser es umfangreich überarbeitet hatte. So sind beispielsweise drei professionelle Security-Firmen verpflichtet worden. Zuvor teilte auch das im Streit um die Genehmigung des Festivals umstrittene Polizeipräsidium Neubrandenburg sein Einvernehmen mit.

Streitpunkt: Sicherheitskonzept und anlasslose Überwachung

Über die Sicherheit auf dem Festival hatte es in den vergangenen Wochen Streit zwischen der Genehmigungsbehörde, dem Amt Röbel/Müritz, dem Veranstalter und dem Polizeipräsidium Neubrandenburg gegeben. Ein erstes Konzept des Vereins Kulturkosmos Müritz e. V. war von den Behörden als unzureichend eingestuft und abgelehnt worden. Entzündet hatte sich der Streit über die Genehmigung an der Forderung des Polizeipräsidiums Neubrandenburg nach anlassloser Bestreifung und einer Polizeiwache auf dem umzäunten Festivalgelände. Dies hatte der Veranstalter Martin Eulenhaupt als rote Linie abgelehnt, anlasslose Überwachung sei mit der Freiheit von Kunst und Kultur nicht vereinbar. Im Gegenzug hatte der Verein von Beginn an eine Wache vor den Toren des Festivals und anlassbezogene Polizeieinsätze angeboten. Beide Seiten hielten an ihren jeweiligen Forderungen fest.

Den Wendepunkt brachte eine Recherche von "Zeit Online" , bei der bekannt geworden war, dass in einem Einsatzkonzept des Polizeipräsidiums Neubrandenburgs zeitweise der Einsatz von schwerem Gerät wie Wasserwerfer und Räumpanzer in Betracht gezogen worden war. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums hatte anschließend die Existenz eines solchen Papiers bestätigt, aber erklärt, dass es sich dabei um "ein überholtes Konzept" gehandelt habe. Bereits in der vergangenen Woche hatte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) eine Einigung in Aussicht gestellt. Er erklärte, es werde weder anlasslose Polizeistreifen noch eine Polizeiwache auf dem umzäunten Festivalgelände geben.

Politik und Gesellschaft unterstützten Veranstalter

Das Festival hatte im Verlauf der Debatte breite Unterstützung aus Politik und Gesellschaft bekommen. Eine Petition der Organisatoren "Für die Freiheit von Kunst und Kultur" und "Gegen anlasslose Polizeipräsenz auf friedlichen Kulturveranstaltungen" unterzeichneten bis Mittwochnachmittag mehr als 137.000 Personen und Organisationen. Am Montag wurde außerdem bekannt, dass sich unter anderem Spitzenpolitiker der Grünen in einem offenen Brief an Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wandten. Neben der Initiatorin Claudia Müller unterzeichneten unter anderem Annalena Baerbock, Robert Habeck, Cem Özdemir und Jürgen Trittin für den Appell. In dem Schreiben forderten sie unter anderem einen "angemessenen und tragbaren Kompromiss zwischen den Veranstalter*innen und der Polizei".

Über 70.000 Menschen feiern alljährlich das Fusion Festival in Lärz, das in der strukturschwachen Region der Mecklenburger Seenplatte fest verankert ist und von den umliegenden Gemeinden befürwortet wird.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.05.2019 | 16:00 Uhr

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