Archivbild: Landwirtschaftsminister Till Backhaus.

Backhaus stellt Verbraucherschutzbericht 2020 vor

Stand: 23.06.2021 12:01 Uhr

Geflügelpest, die drohende Afrikanische Schweinepest, Probleme beim Raps, Beanstandungen bei Lebensmitteln und anderen Produkten. Die Kontrolleure des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) hatten in den vergangenen Monaten kaum eine Atempause.

Hinzu kam und kommt nach wie vor die besondere Situation unter Corona-Bedingungen, sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) bei der Vorstellung des Verbraucherschutzberichts 2020 am Mittwoch. Brisant war vor allem die Situation rund um die Vogelpest. Nachdem es bundesweit 2019 keinen einzigen Fall gab, zog die Seuche im vergangenen Jahr umso intensiver übers Land. Allein in Mecklenburg-Vorpommern gab es 51 Virusnachweise bei Wildvögeln und acht Ausbrüche bei Hausgeflügel. "Wir haben tatsächlich um die 350.000 Tiere verloren. Das ist ein ganz erheblicher Schaden, den die Landwirte haben, weil ja nur der Zeitwert gezahlt wird," sagte Backhaus. Die Tierseuchenkasse erstatte nur einen bestimmten Anteil der Verluste. Backhaus forderte, in die Entwicklung von Ställen der Zukunft zu investieren. Beim Geflügel komme es dabei speziell darauf an, dass die Viren nicht mehr in die Anlagen gelangen können.

Zaun verhindert bisher Einzug der Afrikanische Schweinepest

Die Vogelpest ist für diese Saison vorbei, dafür droht latent die Afrikanische Schweinepest. Bislang hat ein an der polnischen Grenze gesetzter Zaun verhindert, dass dort infizierte Wildschweine zu uns gelangen. Vorsorge wird aber weiter groß geschrieben. Tiere, die auffällig sind oder bei Verkehrsunfällen getötet wurden, werden untersucht: "Alle diese Tiere wandern zu uns, bisher alle negativ," sagte der Direktor des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei, Stephan Goltermann. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr 2.230 Wildschweine, in diesem Jahr bereits über 3.000. Es werden auch Hausschweine untersucht. 23 Betriebe machen bei einem speziellen Notfallprogramm mit - auch hier waren bislang alle Tests negativ.

Rapserdfloh bedroht Rapsanbau

Zunehmende Not hingegen haben bereits seit sechs Jahren die Rapsanbauer - seitdem das Saatgut nicht mehr vorsorglich gegen den Rapserdfloh gebeizt werden darf: "Irgendwie hat sich das der Rapserdfloh gemerkt, seit 2015, seitdem wir diese Beizmittel Neonicotinoide nicht mehr haben, meldet er sich fast jedes Jahr in ziemlichen Dichten und bedroht den Rapsanbau," sagte Goltermann.

Ausgeweitete Fruchtfolgen gegen den Käfer

Der Käfer und später sein Nachwuchs fressen die Bestände auf. Einzige Alternative, um das zu verhindern, ist das mehrmalige Spritzen nach der Aussaat im Herbst - also mehr Chemie, die man eigentlich verhindern wollte. Backhaus appellierte an die Landwirte, dem auch mit ausgeweiteten Fruchtfolgen zu begegnen: "Wir werden auch in der Zukunft eine gewisse Art von Medikamenten in der Landwirtschaft benötigen, damit wir gesunde Lebensmittel bekommen." Das die wirklich gesund sind, auch darauf wird im LALLF konsequent geachtet. Bei 6.400 Proben 2020 wurden 12,3 Prozent beanstandet - die meisten aufgrund von Kennzeichnungsproblemen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.06.2021 | 12:00 Uhr

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