Alice Weidel und Tino Chrupalla, die AfD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, und Leif-Erik Holm (r), Bundestagsabgeordneter und Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, stehen zum Auftakt der Wahlkampftour der AfD auf der Bühne. © dpa Foto: Jens Büttner

AfD-Wahlkampfauftakt: Kritik an Asyl- und Coronapolitik

Stand: 11.08.2021 04:56 Uhr

Die AfD zieht mit dem Slogan "Deutschland. Aber normal." in den Bundestagswahlkampf. Zum Auftakt sind Bundes- und Landesvorsitzende gemeinsam in Schwerin auf die Bühne gegangen.

Die AfD hat am Dienstagabend in Schwerin ihren Bundestagswahlkampf begonnen. Vor rund 350 Zuhörern äußerten Vertreter der Partei vor allem Kritik an der Asyl-, Klima- und Corona-Politik der Bundesregierung. Die beiden Spitzenkandidaten schlugen immer wieder deutlich nationalistische Töne an: So sagte Alice Weidel, deutsch zu sein bedeute, sich zu Deutschland zu bekennen, stolz darauf zu sein - nur so gelinge gesellschaftliches Miteinander. Sie warf der Bundesregierung vor, Terrorismus zu verharmlosen, vor allem, wenn er aus Migrantenkreisen komme.

Bundesvorsitzender sieht Deutschland bedroht

Deutschland werde von Innen und Außen bedroht, sagte der Co-Spitzenkandidat und Bundesvorsitzende Tino Chrupalla. Recht und Gesetz müssten wiederhergestellt werden. Er wolle ein "normales Deutschland". Chrupalla sprach von einer Schicksalswahl am 26. September. Die AfD sei in vier Jahren Opposition im Bundestag stärker und professioneller geworden, auch wenn man einige Mitstreiter verloren habe.

Holm gegen Anti-Corona-Maßnahmen der Regierung

Mecklenburg-Vorpommerns Parteichef Leif-Erik Holm, der die Landesliste der AfD für die Bundestagswahl anführt, ging auf die jüngsten Pläne der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie ein und wandte sich gegen neuerliche Beschränkungen im Alltag. England und Dänemark machten es mit konsequenten Öffnungen vor und gewährten ihren Einwohnern wieder ein normales Leben. "Wir wollen auch ein normales Leben", sagte Holm begleitet von Sprechchören von etwa 160 AfD-Gegnern. Die Proteste und Störversuche gegen den Wahlkampfauftakt blieben laut Polizei friedlich.

Bundes-AfD bislang unter letztem Wahlergebnis

Unter dem Slogan "Deutschland. Aber normal." will die AfD nach eigenen Angaben im Wahlkampf unter anderem die Themen Freiheit und innere Sicherheit in den Mittelpunkt stellen. Wie Holm riefen auch Weidel und Chrupalla ihre Anhänger zu einem engagierten Wahlkampf auf. Ziel sei, gestärkt in den Schweriner Landtag und in den Bundestag einzuziehen. Aktuelle Umfragen sehen die Partei ein bis zwei Prozentpunkte unter ihrem Bundestagswahlergebnis von 2017: Vor vier Jahren holte die AfD 12,6 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern lag die Partei Mitte Juli bei 16 Prozent.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.08.2021 | 04:56 Uhr

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