Stand: 17.12.2017 13:31 Uhr

A-20-Loch: Touristiker befürchten weniger Gäste

Die Tourismusbranche im Osten Mecklenburg-Vorpommern befürchtet, dass die Probleme rund um die bei Tribsees abgesackte A 20 Urlauber abschrecken. Staus bei der An- und Abreise könnten dazu führen, dass sich die Gäste gegen einen Urlaub auf Usedom und Rügen entscheiden, hieß es. "Das ist für die Branche eine komplizierte Situation", sagt der Sprecher des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf.

Autobahn 20: Wenn eine Straße im Boden versinkt

Tourismusbranche rechnet über Feiertage nicht mit Staus

Wie groß das Problem tatsächlich sein wird, werde sich erst in der Saison 2018 zeigen, so Woitendorf weiter. Für die anstehenden Feiertage ist nach seiner Einschätzung nicht mit langen Staus zu rechnen. Auch wenn Silvester immer viel los sei an den Küsten, gebe es doch die Hoffnung, dass sich wegen des vergleichsweise geringeren Verkehrsaufkommens die Staus in Grenzen halten. Dementsprechend geht Woitendorf nicht davon aus, dass es bereits jetzt schwerwiegende Auswirkungen etwa auf die Übernachtungszahlen geben könnte. Die meisten Gäste hätten lange im Voraus gebucht.

"Dann machen wir halt Urlaub vor dem Loch"

Der Geschäftsführer des Usedom Tourismus, Thomas Heilmann, sagte, An - und Abreise seien wichtige Kriterien für die Urlaubsentscheidung. Wenn sich der Reiseweg verlängere, könne man davon ausgehen, dass sich die Leute sagen, "dann machen wir halt Urlaub vor dem Loch". Das wiederum könnte die Touristiker auf dem Darß freuen. Heilmann hält es für inakzeptabel, dass es nun möglicherweise Jahre dauern könnte, bis die A 20 wieder normal befahrbar sei. "Das muss einfach schneller gehen."

Suche nach Lösungen für die Verkehrsprobleme

Der Grund für das Autobahn-Desaster ist eine große Torflinse tief im Boden unter dem betroffenen Autobahnabschnitt. Dort ist auf etwa 40 Metern Länge ein zehn Meter breites und 2,5 Meter tiefes "Loch" entstanden. Was letztlich den Ausschlag für den Zusammenbruch gegeben hat - Fehlkalkulationen, Verwendung von schwachen Stützen oder nicht überprüfte Techniken -, ist unklar. Diese Frage steht für Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) nicht im Vordergrund. Wichtig sei, den Verkehr so schnell wie möglich auf dieser Trasse zum Fließen zu bringen - einen Anhaltspunkt für die Dauer gibt er jedoch nicht.

Pegel: Wiederhergestellte Baustraße frühestens im Sommer befahrbar

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass das Land die Pläne zum Bau einer Behelfsbrücke über den beschädigten Autobahnabschnitt nicht weiterverfolgt. Der Untergrund sei nicht tragfähig, hieß es. Die Planer konzentrieren sich nun stattdessen auf die Reaktivierung der ehemaligen Behelfsstraße östlich von Langsdorf. Mit dieser soll eine Umfahrung des vom Umleitungsverkehr geplagten Langsdorf erreicht werden. Die Wiederherstellung der alten Baustraße werde aber nicht vor dem Sommer 2018 zu realisieren sein, sagte Pegel am Freitag im Landtag in Schwerin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.12.2017 | 14:00 Uhr

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