Stand: 05.03.2019 17:22 Uhr

Kein Zurück: Die Zukunft des Autos ist elektrisch

Die Nachwehen des Dieselskandals, die Debatte über Fahrverbote, US-Importzölle auf deutsche Fahrzeuge: Themen bei einem Autosalon, wo sich die Großen und Kleinen der Branche treffen, gibt es in diesen Tagen reichlich. Der offizielle Schwerpunkt der Messe in Genf ist aber die Elektromobilität. Wo liegen die Chancen für den Elektroantrieb, der in Deutschland trotz Förderung noch keinen großen Erfolg hat? Oder sticht der Hybridantrieb?

Ein Kommentar von Marion Barzen, Korrespondentin im ARD-Studio in Zürich

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Was für den Durchbruch der E-Mobilität noch fehlt, sind günstigere Modelle, meint Marion Barzen.

Es ist die Messe der Signale. Das stärkste heißt: Die Zukunft des Autos ist elektrisch. Was auf bisherigen Messen mit Prototypen nur angekündigt wurde - Genf gibt das Signal: "Jetzt bauen wir. Hier kommt die Serie."

VW macht es mit seiner ID-Familie - E-Golf, E-Passat, E-Buggy, E-Bully - vor und alle anderen machen es auch: Mercedes, BMW, Renault mit Vorreiter Zoe sowieso, Peugeot und Opel. Sogar die Luxusbranche schwenkt schon um: Aston Martin stellt mit einem elektrischen Lagonda einen Sportwagen-Stromer vor und Piëch-Sohn Anton Piëch setzt mit seinem 600-PS-Elektro-Coupe auch auf - wenigstens halbwegs - grün.

Gemeinsam klappt es besser

Nach Grün durch Elektro heißt das zweite Signal aus Genf: Gemeinsamkeit. Kreative Kooperation statt gnadenloser Konkurrenz soll künftig die Auto-Industrie bestimmen. Mercedes und BMW zeigen es bei Share-Mobility, also beim von mehreren geteilten Auto.

VW folgt mit seiner am Montag pompös gefeierten Zusammenarbeit mit dem kleinen Start-up eGo. Der unabhängige Aachener Autobauer - ein Universitätsprofessor - darf für VW einen Kleinwagen konstruieren und sich für eigene Modelle aus dem modularen Elektrobaukasten des Großkonzerns bedienen.

Der Weg ist eingeschlagen

Das dritte Signal schließlich kommt nicht direkt aus Genf, aber passend zu Genf: Es ist die Ankündigung von Volvo, alle Fahrzeuge mit einer Bremse auszustatten. Bei 180 km/h soll in Zukunft Ende sein.

Es ist ein Anfang. Sicherer, nachhaltiger, umweltschonender. Auch wenn das alles nicht freiwillig ist - Die EU-Verordnung zu einem deutlich verminderten CO2-Ausstoß hat es vorgegeben -, so ist der Weg doch eingeschlagen. Ein Zurück ist nicht mehr möglich.

Der Endverbraucher wird diskutieren. Was fehlt, sind akzeptable Preise - also günstigere Modelle. Am Ende könnte es auf eine Kombination von komplett elektrischem Nahverkehr und neuen Formen des Fernreiseverkehrs hinauslaufen.

Vielleicht wird Genf 2019 die Messe sein, die dafür den Startschuss gegeben hat.

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NDR Info | Kommentar | 05.03.2019 | 17:08 Uhr