Stand: 23.03.2020 10:52 Uhr

GdP zu Kontaktverbot: "Wir handeln mit Augenmaß"

Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. © Gewerkschaft der Polizei
Jörg Radek: "Wir verstehen die sensible Situation."

Die Polizei will mit Augenmaß und Konsequenz mit dem beschlossenen Kontaktverbot umgehen. Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, kündigte auf NDR Info an, dass sich die Beamten sehr bewusst seien, dass "wir eine große Verunsicherung in der Bevölkerung haben - und zwar wegen einer unsichtbaren Gefahr". Das erfordere Augenmaß in doppelter Hinsicht. "Sehr sensibel und verhältnismäßig auf der einen Seite", so Radek, aber auch darauf zu achten, "dass die Auflagen, die die Kanzlerin gestern bekannt gegeben hat, eingehalten werden."

Sollten Personen in einer Gruppenstärke von drei Personen angetroffen werden, müsste man damit rechnen, höflich, aber bestimmt angesprochen zu werden. "Danach werden Fragen zu dem Personenverbund folgen. Sollte der Verbund den Auflagen nicht entsprechen, wird es zunächst eine Ermahnung geben", so Radek auf NDR Info. Im Wiederholungsfall werde es nach den Vorgaben des Infektionsschutzes auch Strafen geben.

Große Masse handelt inzwischen vernunftorientiert

Die Erfahrung der vergangenen Tage zeige: die meisten Menschen hätten bisher Verständnis für beschlossene Einschränkungen und vernunftorientiert reagiert. "Nur die Unbelehrbaren stellen noch ein Problem dar. Und die sind zum Glück in der Minderheit", so Radek. Kontrollen an den Grenzen und die Überwachung der Kontaktsperre, all diese zusätzlichen Anforderungen brächten die Polizei an ihre Kapazitätsgrenzen. "Das ist ein Einsatz mit unbekannter Zeitdauer", sagte Radek auf NDR Info. Er sei froh, dass Bundesliga-Spiele abgesagt seien. Trotzdem sei es an der Zeit weitere Großveranstaltungen wie den im September anstehenden EU-China-Gipfel in Leipzig zu canceln, um die Polizei nicht zu überfordern. Solche Ereignisse erfordern Zehntausende Polizisten.

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NDR Info | Infoprogramm | 23.03.2020 | 06:50 Uhr

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