Stand: 19.06.2020 10:21 Uhr

Baerbock: "Europa geht nur mit Solidarität"

Bild vergrößern
Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft müsse eine "Klimapräsidentschaft" werden, fordert Grünen-Chefin Baerbock.

Vor den Beratungen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union über den Wiederaufbauplan in der Corona-Krise hat Grünen-Chefin Annalena Baerbock europäische Solidarität eingefordert. Die Bewältigung der gesundheitlichen Herausforderung durch Corona stehe an zentraler Stelle der bald beginnenden deutschen EU-Ratpräsidentschaft, sagte Baerbock auf NDR Info. "Wir als Europäer stecken mittendrin in der Pandemie." Gleichzeitig müsse aber die Zukunft auf den Weg gebracht werden: Europa stehe vor der Herausforderung, klimaneutral zu werden.

Baerbock fordert "sozial-ökologische Transformation"

Dabei biete die Corona-Krise auch eine Chance, meint Baerbock: Nämlich die Milliarden, die jetzt für die Pandemie-Bekämpfung in die Hand genommen werden, auch dafür zu nutzen, die europäische Wirtschaft klimaneutral aufzustellen. Eine "sozial ökologische Transformation" müsse das Ergebnis sein. "Das funktioniert nur, wenn man sich solidarisch gemeinsam auf den Weg macht." Die Verwendung der Milliarden Euro an Hilfsgeldern müsse nun klar benannt werden. "Das ist zum einen der Gesundheitssektor, aber das muss zum anderen der Klimaschutz sein. Die Ratspräsidentschaft muss zu einer Klimapräsidentschaft werden."

Die Politikerin Annalena Baerbock steht an einem Rednerpult und spricht in der im Deutschen Bundestag. Der Hintergrund ist nur grau und und nur unscharf zu erkennen. © dpa Bildfunk Foto: Bernd von Jutrczenka

Baerbock: "Europa darf nicht auseinanderfallen"

NDR Info - Aktuell -

Deutschland übernimmt am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft. Was braucht Europa angesichts der Corona-Krise am meisten? Grünen-Chefin Baerbock sagte auf NDR Info, vor allem sei Zusammenhalt nötig.

3,25 bei 8 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

"Deutschlands Wirtschaft abhängig von Nachbarländern"

Die EU sei ein Gemeinschaftsprojekt, und die gemeinsamen Schritte der Integration wie das Schengen-Abkommen seien immer nur dann geschafft worden, wenn "man vor allem von deutscher Seite darauf geschaut hat, wie man die kleinen Staaten mitnehmen kann", sagte Baerbock. Es müsse darum gehen, "dass Europa nicht in einen reichen und einen armen Teil zerfällt, sondern dass man gemeinsam aus dieser Krise kommt". Deutschlands Wirtschaft sei abhängig von der Lage der Nachbarstaaten, sagte Baerbock. Wenn die Konjunktur in Deutschland wiederbelebt werde, aber zum Beispiel aus Italien keine für die Produktion hierzulande benötigten Teile geliefert würden, sei das ein Problem.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 19.06.2020 | 09:20 Uhr