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Indien: Moslems gegen Hindus

Mittwoch, 06. November 2019, 20:30 bis 20:50 Uhr

Hindus im Gespräch miteinander auf ein Schriftstück hin. © dpa picture alliance Foto: Prabhat Kumar Verma

Indien: Hindus gegen Muslime

NDR Info - Das Forum -

Am 17.11. soll der Oberste Gerichtshof Indiens einen heiklen Streit entscheiden: Dürfen Hindus auf dem Gelände einer früheren Moschee einen Tempel errichten?

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Der Streit um den Tempelbau in Ayodhya
Ein Feature von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu Delhi

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Die hinduistischen Befürworter des Tempelbaus haben bereits detaillierte Pläne ausgearbeitet.

Organisierte Hindus fordern den Bau eines Tempels in der indischen Stadt Ayodhya. Angeblich ist dies der Geburtsort des Gottes Rama. Das Problem: Genau an der Stelle hatte seit dem 16. Jahrhundert eine Moschee gestanden. Die aber wurde 1992 von fundamentalistischen Hindus zerstört. Seitdem wird der Streit vor Gericht ausgetragen – und auf der Straße.

Schon die damalige Verwüstung der Moschee löste eine riesige Welle der Gewalt in Indien aus, bei der mehr als 2.000 Menschen getötet wurden. Am 17. November will der Oberste Gerichtshof in Delhi im Tempelstreit von Ayodhya seine Entscheidung bekannt geben.

Die jahrzehntelange Kampagne für den Tempelbau führte zum Aufstieg der hindu-nationalistischen Partei BJP. Ursprünglich nur eine Splitterpartei, regiert sie das ganze Land - mit Premierminister Modi an der Spitze. Es geht in Ayodhya also nicht nur um einen Tempel. Das Gotteshaus wird zum Symbol für das Erstarken des Hinduismus und Nationalismus in Indien, das laut Verfassung eigentlich ein säkularer Staat ist, mit Gleichberechtigung für alle ethnischen und religiösen Minderheiten.

Das Manuskript der Sendung
158 KB

Indien: Moslems gegen Hindus

In Ayodhya fordern Hindus den Bau eines Tempels auf einem Platz, auf dem jahrhunderte lang eine Moschee gestanden hatte. Ein Gerichtsurteil wird Mitte November erwartet. Download (158 KB)