Stand: 10.10.2016 18:22 Uhr

Tamme Hanken: "Knochenbrecher" aus Filsum

Tamme Hanken war eine richtige Type und er fiel auf - kein Wunder bei seiner stattlichen Körpergröße von 2,06 Metern und 160 Kilogramm Körpergewicht. Im ostfriesischen Filsum betrieb der Pferde-Chiropraktiker, der am 10. Oktober 2016 im Alter von 56 Jahren starb, einen Reha-Hof für kranke und verletzte Tiere. Wegen seiner Fähigkeiten wurde der "Knochenbrecher" weit über die Region hinaus bekannt. Sein Wissen über Pferde war sogar im englischen Königshaus und bei arabischen Scheichs gefragt. Die NDR Zuschauer haben Hanken seit 2008 auch als "XXL-Ostfriesen" kennengelernt. In der gleichnamigen Sendung gab der Hüne einen Einblick, wie und wo er mit seinen Händen heilt.

Fühlen, sehen und hören

Pferde waren Tamme Hankens große Leidenschaft, aber es kamen auch andere tierische Patienten zu ihm in Behandlung. Mit seinen Händen so groß wie Bratpfannen hat er er die Nerven eines kranken Tieres geradezu erfühlt. Dafür bediente er sich schon mal unkonventioneller Methoden: So testete er beispielsweise mit einem Bieröffner Reflexe. Aber er schaute und hörte auch genau hin. Allein mit dem Gehör konnte Tamme Hanken am Gang eines Pferdes erkennen, welches Bein lahmt. In einem Gespräch sagte Hanken dem NDR: "Es macht mir einfach Spaß an einem Bullen oder Hamster herumzubiegen, und dabei die gleichen Resultate zu kriegen".

"Tiere sind ehrlicher"

Seine Fähigkeit, mit Händen zu heilen, hatte Tamme Hanken von seinem Großvater geerbt. Aber natürlich brauchte er auch viel Fingerspitzengefühl und eine gewisse Begabung für diesen Beruf. Fast jeden Sonnabend veranstaltete er auf seinem Hof einen Kummertag. Ob Pferde, Hunde, Katzen oder Ziegen - Hanken versuchte allen zu helfen. Auch Menschen kamen zu ihm in die Praxis - nicht selten wegen Haltungsschäden. Aber die Arbeit mit Tieren machte Hanken immer mehr Spaß. Seine Begründung: "Weil Tiere ehrlicher sind."

Dieses Thema im Programm:

Der XXL-Ostfriese | 03.10.2017 | 22:30 Uhr

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