Stand: 24.11.2016 11:00 Uhr  | Archiv

Norovirus: Die unschöne Seite des Winters

Das hoch ansteckende Norovirus grassiert vor allem in der Wintersaison. Dies liegt laut dem Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) vor allem an den niedrigen Temperaturen und der trockenen Luft, die zu dieser Jahreszeit vorherrschen. In diesem Klima sind die Erreger der Magen-Darm-Krankheit stabiler. Außerdem ist das menschliche Immunsystem im Winter weniger schlagkräftig als im Sommer. In der Wintersaison 2015/16 infizierten sich daher alleine in Norddeutschland Tausende Menschen. Dabei waren die Infektionsraten je nach Bundesland unterschiedlich hoch: Während in Niedersachsen und Bremen fast 5.200 sowie in Mecklenburg-Vorpommern fast 3.200 Menschen erkrankten, lagen die Zahlen in Hamburg und Schleswig-Holstein jeweils nur bei rund 1.500 gemeldeten Fällen.

Symptome sind heftiges Erbrechen und Durchfall

Die wichtigste Ansteckungsquelle sind neben kontaminierten Lebensmitteln infizierte Menschen, die die Viren mit dem Stuhl ausscheiden oder zum Beispiel durch Erbrechen auf dem Luftweg übertragen können. Die Infektion selbst geht meist mit heftigem, schwallartigem Erbrechen, starkem Durchfall sowie Kopf- und Bauchschmerzen einher. Die Symptome klingen in der Regel nach 72 Stunden ab. Lebensgefährlich ist die Krankheit normalerweise nicht. Wegen des starken Flüssigkeitsverlustes kann sie aber vor allem für Kinder und ältere Menschen bedrohlich werden. Die Krankheit spielt in der Statistik gefährlicher Infektionskrankheiten nur eine untergeordnete Rolle, ist aber trotzdem meldepflichtig.

Impfstoff gibt es nicht

Einen Impfstoff gegen das Virus gibt es den Angaben zufolge ebenso wenig wie ein zielgerichtetes Medikament. Bei ausreichender Händehygiene sei das Ansteckungsrisko aber gering, sagt der Leiter des niedersächsischen Landesgesundheitsamts in Hannover, Matthias Pulz. Das RKI empfiehlt, den Kontakt zu Erkrankten möglichst zu vermeiden. Gehe dies nicht, sei eine penible Hygiene besonders wichtig. Häufiges und gründliches Händewaschen könne das Infektionsrisiko senken. Toiletten und verschmutzte Flächen sollten mit Gummihandschuhen gründlich gereinigt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | NDR 90,3 Aktuell | 10.01.2017 | 13:00 Uhr

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