Eine Zeichnung von INXS © NDR Foto: Ocke Bandixen

Mystify - INXS und Michael Hutchence

Sendung: Urban Pop - Musiktalk mit Peter Urban | 01.12.2022 | 12:00 Uhr | von Peter Urban und Ocke Bandixen
72 Min | Verfügbar bis 30.11.2024

Die Band INXS schaffte in den 80er Jahren das Ungewöhnliche:
Aus Australien stammend eroberte die Band erst den US-Musikmarkt und dann weltweit die Musikwelt. Mit ihrem funkigen, akzentuierten Powerrock, originellen Songstrukturen und griffigen Melodien schafften sie es sowohl in die Charts als auch in die Tanzclubs. Unbestritten im Mittelpunkt der Band stand der Sänger Michael Hutchence.
Im Gespräch mit Ocke Bandixen beschreibt Peter Urban Michael Hutchence als nahezu idealen Frontmann der Band: attraktiv, charismatisch und mit einer variablen und kraftvollen Stimme ausgestattet. Er zog die Aufmerksamkeit auf sich, die Lieder über Beziehungen, Begehren und Einsamkeit bekamen durch ihn Klasse, Tiefe und Ausdruck. Die außergewöhnliche Ausstrahlung des Sängers erlebte Peter Urban bei einem persönlichen Treffen in Hamburg, von dem er im Podcast erzählt.
Die Band war bereits Ende der 70er von Michael Hutchence, den drei Fariss-Brüdern und einigen Freunden gegründet worden. 1987 schlug sie ein - zwischen Plastikpop und alten Rockern - mit dem Album „Kick“ und den Hits „Need you tonight“, „Devil inside“, „New Sensation“ oder “Mystify”.
Fast zeitgleich mit der weltweiten Bekanntheit der Band wurde Michael Hutchence ein Thema für die Klatschpresse: Seine Affären und Freundschaften mit Kylie Minogue oder dem damaligen Supermodel Helena Christensen waren stets Futter für lange Bilderstrecken und Stories, für die der abenteuerlustige Michael oft genug selbst Anlass gab.
Die Band nahm mit „X“ 1990 ein weiteres weltweit erfolgreiches Alben auf, hatte Hits wie „Beautiful girl“, „By my side“ und „Suicide blonde“. Tourneen durch große Hallen gipfelten in einem Auftritt im Wembley Stadion vor 72 000 Menschen.
1992 kam es in Dänemark, an der Seite von der von dort stammenden Helena Christensen zu einem folgenschweren Unfall. Bei einer Schlägerei mit einem Taxifahrer fiel Michael Hutchence zu Boden und erlitt einen Schädelbasisbruch. Sein Geruchs- und Geschmackssinn war danach irreparabel geschädigt, was ihn in lange depressive Phasen und wohl auch vermehrt zu hartem Drogenkonsum trieb.
Michael Hutchence lernte 1994 die Fernsehmoderatorin Paula Yates kennen. Diese war liiert mit dem Boomtown Rats – Sänger und Afrika-Aktivisten Bob Geldof, sie hatten drei gemeinsame Kinder. Eine von der Klatschpresse ausführlich begleitete Scheidung schloss sich an, Paula Yates und Michael Hutchence wurden Eltern einer Tochter. Mit der Band konnte er nicht mehr an die ganz großen Erfolge anknüpfen.
1997 kam Michael Hutchence in einem Hotel in Sydney unter nie ganz geklärten Umständen zu Tode. Kurz zuvor hatte er Pläne für eine Solokarriere sowie für die Arbeit als Schauspieler gehabt.
Die Band INXS war mit neuen Sängern wenig erfolgreich. Und so bleibt die Geschichte der Band untrennbar mit dem Können und Schicksal ihres charismatischen Frontmanns Michael Hutchence verbunden.

Peters Playlist:
INXS

INXS (1980): Just keep walking, Roller skating

Underneath The Colours (1981): Stay young, Underneath the colours

Shabooh Shoobah (1982): The one thing, To look at you, Golden Playpen, Don’t change

The Swing (1984): Original sin, I send a message, Dancing on the jetty

Listen Like Thieves (1985): What you need, Listen like thieves, Kiss the dirt, Shine like it does

Kick (1987): New sensation, Devil inside, Need you tonight, Never tear us apart, Mystify

X (1990): Suicide Blonde, Disappear, The stairs, By my side, Bitter tears

Welcome To Wherever You Are (1992): Heaven sent, Taste it, Not enough time, Baby don’t cry, Beautiful girl, Wishing well

Full Moon, Dirty Hearts (1993): The gift, Full moon dirty hearts, Kill the pain

The Greatest Hits (1994): The strangest party

Elegantly Wasted (1997): Elegantly wasted, Everything, Building bridges


MICHAEL HUTCHENCE

Michael Hutchence (1999): Possibilities, All I’m saying, Baby it’s alright, Don’t save me from myself, Slide away (feat. Bono)

Single: Spill the wine (1996)