Leonhard: "Wir sind auf niedrigere Corona-Zahlen angewiesen"

Stand: 17.02.2021 19:30 Uhr

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat im Interview mit dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen gesagt, dass sie mit der Entwicklung der Corona-Zahlen in der Hansestadt unzufrieden ist. Beim Impfen erwartet sie "einen großen Schritt" im März.

Im März sollen 45.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca nach Hamburg geliefert werden. Dann geht es laut Leonhard mit dem Impfen in Hamburg "einen großen Schritt voran". "Je mehr Impfstoff wir haben, umso mehr Termine können wir anbieten", so Leonhard weiter.

Mit Stand von Mittwochmorgen seien in der Hansestadt 107.000 Impfdosen verimpft worden - pro Person sind zwei Impfungen notwendig. "Allerdings sind wir 1,8 Millionen Einwohner, wir haben also noch ein bisschen was zu tun", räumte die SPD-Politikerin ein.

Corona-Zahlen in Hamburg stabil auf hohem Niveau

Der Lockdown seit Dezember habe "schon viel gebracht", so Leonhard. Sie verwies auf eine Halbierung der durchschnittlichen Infektionszahlen im Vergleich zu Januar. Trotzdem sei sie nicht zufrieden mit der Entwicklung der Corona-Zahlen: "Wir sind jetzt seit zwei Wochen in einer deutlichen Seitwärtsbewegung". Das sei eine Stabilisierung auf hohem Niveau.

Eine mögliche Erklärung dafür sieht Leonhard im Pendelverkehr nach Hamburg. Es gebe Ausbruchsgeschehen, die ihren Ausgang mit Menschen genommen hätten, die in der Stadt arbeiteten, aber nicht dort lebten.

Gespräche zum Angebot von Schnelltests laufen

Für die Ankündigung des Bundes, ab dem 1. März kostenlose Schnelltests anzubieten, hätte sich Leonhard eine längere Vorwarnfrist gewünscht. "Wir sind ja diejenigen vor Ort, die es dann umsetzen müssen", so die Politikerin. Es gebe Gespräche mit verschiedenen Akteuren darüber, wo die Tests angeboten werden könnten.

Öffnungsschritte von Infektionszahlen abhängig

Kitas und Schulen werden in Hamburg wieder öffnen, "sobald wir es vertreten können", betonte Leonhard. Sollte die Entwicklung der Corona-Zahlen stabil bleiben und noch ein bisschen nach unten gehen, werde es einen weiteren Öffnungsschritt geben.

Zur Öffnung von Einzelhandelsgeschäften sagte Leonhard, dass die Infektionszahlen dafür noch weiter zurückgehen müssten. Wenn die Geschäfte öffnen, werde es wieder "ein paar mehr Ansteckungen" geben. Diese müssten dann verkraftet werden können, ohne dass es dabei nicht wieder zu einer explosiven Entwicklung komme.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Journal | 17.02.2021 | 19:30 Uhr

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