Schüler einer 7. Klasse der Max-Schmeling-Stadtteilschule sitzen zu Beginn des Unterrichts mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Klassenraum. © picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Corona: Schulexperten fordern von Rabe mehr Flexibilität

Stand: 10.12.2020 08:08 Uhr

Was sind mögliche Konsequenzen steigender Corona-Zahlen für Schulen? Die Bildungsexperten und -expertinnen der Hamburger Bürgerschaftsparteien fordern auf jeden Fall mehr Entscheidungsfreiheit für einzelne Schulen.

Für 20 stark von Corona betroffene Hamburger Schulen ist theoretisch Wechselunterricht mit geteilten Klassen möglich - so sieht es ein Beschluss von Schulsenator Ties Rabe (SPD) vor. Doch praktisch gibt es viele offene Fragen und Probleme. Das hat jetzt eine Expertenrunde der bildungspolitischen Sprecher der Parteien mit der Lehrergewerkschaft GEW und Elternvertretern und -vertreterinnen gezeigt.

Juristisch schwierig, technisch auch?

An vielen Schulen würde der Video-Unterricht für Schülerinnen und Schüler zu Hause dann schon nicht mehr funktionieren, wenn mehr als zwei Klassen mitmachten, so die Linken-Schulexpertin Sabine Boeddinghaus. Es fehle vielerorts an der nötigen Internet-Bandbreite. Und Birgit Stöver von der CDU fordert eine Änderung des Schulgesetzes, damit Video-Übertragungen überhaupt erlaubt sind. Einige Schulen könnten aber schon loslegen und Erfahrungen sammeln.

Deshalb waren sich die Experten und Expertinnen einig: Die Schulen sollten selbst über die Teilung von Klassen und Wechselunterricht entscheiden dürfen - und nicht die Schulbehörde.

Momentan 163 Schulen betroffen

An Hamburgs Schulen waren zuletzt 57 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Betroffen seien 42 Schülerinnen und Schüler sowie 15 Beschäftigte an insgesamt 47 Schulen, teilte die Schulbehörde am Mittwoch mit. Im Vergleich zur Vorwoche sei die Zahl der Neuinfektionen damit um gut ein Drittel gestiegen. Insgesamt seien derzeit an 163 Schulen 384 Menschen mit einer Corona-Infektion gemeldet, davon 307 Schülerinnen und Schüler sowie 77 Schulbeschäftigte. Bei 256.000 Schülern entspreche dies einem Anteil von 0,1 Prozent und bei 34.400 Schulbeschäftigten einem Anteil von 0,2 Prozent. In präventiver Quarantäne befänden sich derzeit 90 Klassen mit knapp 2.700 Schülern sowie 222 Schulbeschäftigte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.12.2020 | 08:00 Uhr

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