Stand: 30.06.2020 13:33 Uhr  - NDR 90,3

Wetterumschwung ist gut für Hamburgs Fische

Der Wetterumschwung zu Wochenbeginn ist für die Fische in Hamburgs Gewässern positiv. Denn: Je höher die Temperaturen, desto schlechter sind die Fische dran. Besonders dramatisch war die Lage zuletzt an der Wandse, der Tarpenbek und im Serrahn. Am vergangenen Wochenende war dort in einigen Abschnitten weniger als ein Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser gemessen worden. Bereits ab vier Milligramm müssen die Fische ums Überleben kämpfen. Auf dem Wandsbeker Mühlenteich trieben Hunderte verendete Fische an der Wasseroberfläche, auch aus einigen Rückhaltebecken mussten Kadaver abgefischt werden. Aus dem Lottbeker Teich hatte der Angelverein Alster die besonders großen Exemplare noch in Sicherheit gebracht, bevor auch dort das Fischsterben begann.

Umweltbehörde gibt Entwarnung

Vorsichtige Entwarnung gibt es jetzt aus der Umweltbehörde. Durch die kühleren Temperaturen erholen sich die Sauerstoffwerte in den Hamburger Gewässern langsam wieder. In der Alster lagen sie zuletzt sogar zum Teil wieder über dem kritischen Wert von vier Milligramm pro Liter.

Das könne sich in Folge von Starkregen aber auch schnell wieder ändern, heißt es. Die Schwebstoffe, die dann ins Wasser gespült werden, lassen den Sauerstoffgehalt nämlich kurzzeitig wieder absacken. Zudem stünden in den Sommermonaten noch weitere heiße Tage an. Die Situation für Hamburgs Fische bleibt also angespannt.

Behörde richtet Hotline ein

Hamburgerinnen und Hamburger, die tote Fische entdecken, können das jetzt bei einer eigens eingerichteten Hotline unter der Nummer (040) 42 84 02 300 melden – außerhalb der Dienstzeiten aber auch bei Polizei oder Feuerwehr.

Umweltverbände erstatten Anzeige

Erst in der vergangenen Woche hatte die Umweltverbände BUND, NABU und WWF wegen des massenhaften Fischsterbens in der Elbmündung Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Gleichzeitig forderten sie, dass die Baggerarbeiten für die Elbvertiefung vorübergehend gestoppt werden. Zuvor waren tonnenweise tote junge Heringe, Stinte, Finten und Aale in der Elbmündung angespült worden - ähnlich wie in der Deutschen Bucht bis nach Büsum.

Weitere Informationen

Fischsterben in der Elbe: Umweltverbände erstatten Anzeige

Umweltverbände haben wegen des Fischsterbens in der Elbmündung Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Sie fordern zudem, dass die Baggerarbeiten für die Elbvertiefung gestoppt werden. (24.06.2020) mehr

Fischsterben: Nicht nur ein Grund, sondern viele

Das Fischsterben an Nordseeküste und Elbe hat laut Experten offenbar verschiedene Gründe: So könnten etwa Nahrungsmangel und Verletzungen durch Baggerarbeiten Schuld sein. (29.06.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.06.2020 | 14:00 Uhr

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