Stand: 24.05.2019 21:43 Uhr

Vierfache Mutter getötet: Nüchternes Geständnis

Knapp sechs Monate nach den tödlichen Messerstichen auf eine vierfache Mutter im Hamburger Stadtteil Altona-Nord hat ihr Ehemann am Freitag vor Gericht zugegeben, die 42-Jährige erstochen zu haben. Der 50-Jährige schilderte die grausame Tat so nüchtern, als berichte er über alltägliche Erlebnisse.

Mehrfach in psychiatrischer Behandlung

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Der 50-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt.

Seine Frau hatte sich im Jahr zuvor von ihm getrennt. In seiner Darstellung ging es dabei nur um Geld. Tatsächlich war sie mit den Kindern ins Frauenhaus gezogen, nachdem er sie mit einem Elektroschocker misshandelt hatte. Seither hatte der 50-Jährige offenbar Phantasien, sie zu töten. Er war deshalb mehrfach in psychiatrischer Behandlung.

"Ich wollte nicht ins Gefängnis"

Er habe sie ja nicht töten wollen, sagte er. "Ich wollte nicht ins Gefängnis." Doch als er am Morgen des 5. Dezember in ihre Altonaer Wohnung kam, hatte er ein Messer dabei. In der Wohnung kam es zum Streit. "Da bin ich durchgedreht", so der Angeklagte. Als seine Frau tot war, wusch er das Blut von seinen Händen und ging ins Kino.

Sohn fand leblose Mutter

Der elfjährige Sohn fand seine tote Mutter Stunden später, als er aus der Schule kam. "Das ist natürlich bedauerlich", so der Angeklagte. Die Richterin erwiderte: "Das ist grauenvoll."

Zu Prozessbeginn hatten Vertreterinnen von Frauenhäusern mit einer Mahnwache an das Opfer erinnert. Sie äußerten ihr Unverständnis darüber, dass der 50-Jährige nicht des Mordes angeklagt wurde. Wegen der vorherigen gewaltsamer Angriffe sei das Opfer nicht mehr arglos gewesen, sagte ein Gerichtssprecher erläuternd zur Anklage. Das Landgericht hat weitere Verhandlungstermine bis Ende Juli geplant.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.05.2019 | 12:00 Uhr

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