Stand: 19.06.2017 14:06 Uhr

Video-Dolmetscher in JVA Billwerder vorgestellt

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Dolmetscher per Video: In Billwerder können Strafgefangene durch Übersetzer in bis zu 70 Sprachen angesprochen werden.

Strafgefangene in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Billwerder, die kein deutsch sprechen, können ab sofort innerhalb von wenigen Minuten einen Dolmetscher erreichen. Wie Justizsenator Till Steffen (Die Grünen) bei der Präsentation eines neuen Videosystems am Montag in Billwerder sagte, könnten in kürzester Zeit Dolmetscher für bis zu 70 Sprachen zu Gesprächen hinzugeschaltet werden.

14 Arbeitsplätze mit Video-Dolmetscher ausgerüstet

Ob gesundheitliche Probleme, eine mögliche Suizidgefahr, organisatorische Fragen oder das Verständnis von Verhaltensregeln im Strafvollzug gehe, ab sofort könne das alles besser abgeklärt und besprochen werden, so Steffen. Insgesamt 13 Arbeitsplätze in Billwerder sind mit der neuen Technik ausgestattet. Ein weiterer ist im Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis. Verständigungsprobleme gebe es vor allem mit Untersuchungsgefangenen, ergänzte Anstaltsleiter Ullrich Quietzsch.

Dolmetscher werden per Video-Monitor zugeschaltet

Über dem Computermonitor ist eine kleine Kamera mit Mikrophon, damit sich der Dolmetscher und der Gefangene sehen und hören können. Der Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt wählt sich in das System, gibt die Sprache ein, die übersetzt werden soll und bekommt sekundenschnell einen Dolmetscher zugeschaltet. Über 70 Sprachen sind im Angebot, für die 20 gängigsten gibt es innerhalb von zwei Minuten einen Dolmetscher. Die österreichische Firma SAVD stellt 750 Dolmetscher zur Verfügung.

Über 60 Prozent der knapp 700 Strafgefangenen in der Justizvollzugsanstalt Billwerder sind Ausländer, die häufig kein Deutsch sprechen und einen Dolmetscher brauchen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.06.2017 | 13:00 Uhr

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