Stand: 10.01.2019 17:20 Uhr

Untersuchung: Inklusion in Hamburg auf gutem Weg

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Die Grund- und Stadtteilschulen tragen die Hauptlast der Inklusion.

Wie gut kommen Hamburgs Schulen mit der Inklusion zurecht - also mit dem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf? Dazu hat die Bürgerschaft im Dezember 2017 eine Untersuchung in Auftrag gegen, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Ein Fazit der Wissenschaftler: Hamburgs Schulen sind auf einem guten Weg, es gibt aber noch viel zu tun.

Es gebe eine breite Zustimmung zu dem Ziel, Kinder mit und ohne Behinderungen oder Beeinträchtigungen in gemeinsamen Klassen zu unterrichten, stellen sie erfreut fest. Viele wissenschaftliche Empfehlungen seien in der Hansestadt schon realisiert. Seit 2012 wird der Beschluss der Vereinten Nationen zur Inklusion flächendeckend an Hamburgs Schulen umgesetzt - allerdings nicht gleichmäßig, wie die Wissenschaftler kritisch anmerken.

Was bedeutet Inklusion?

Vereinfacht gesagt bedeutet Inklusion, dass Förder- und Sonderschüler an allgemeinbildenden Schulen mit unterrichtet werden. Es ist das Schlüsselwort in der 2009 in Kraft getretenen UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Inklusion bezieht sich auf die Einbeziehung von beeinträchtigten Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen - von Geburt an.

Gymnasium weitgehend "inklusionsfrei"

Die Gymnasien seien "weitgehend inklusionsfreie Räume". Die Grund- und Stadtteilschulen trügen die Hauptlast. Dort wird die Ausstattung für die Inklusion als unzureichend betrachtet, wie die Befragung in fast 50 Schulen ergeben hat. Die Schulbehörde gibt dazu allerdings zu bedenken, dass die Umfrage noch vor weiteren Verbesserungen gemacht worden sei - nämlich vor der Einigung mit der Volksinitiative "Gute Inklusion". Durch diese seien in den kommenden fünf Jahren noch mal 300 Lehrerstellen zusätzlich eingeplant.

Ein weiteres Ergebnis der Wissenschaftler ist, dass sich in den sozial-schwächeren Stadtteilen die Probleme ballen würden. Dabei bräuchten 25 bis 30 Prozent der Schüler in Hamburg eine besondere pädagogische Aufmerksamkeit. Für diese "Risiko-Schüler" müsse viel mehr getan werden als nur die Inklusion umzusetzen. Zum Beispiel durch ständige Verbesserung des Unterrichts und mehr Hamburg-weite Zusammenarbeit der Lehrkräfte, so die Wissenschaftler.

Leistung anderer Schüler leiden nicht

Eine weitere Erkenntnis der Untersuchung könnte mit einer weit verbreiteten Annahme aufräumen: Werden Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Klasse unterrichtet, würden die Leistungen der anderen Schüler darunter nicht leiden. Dieses Fazit zieht die Schulbehörde aus der Untersuchung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.01.2019 | 17:00 Uhr

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