Stand: 22.07.2019 13:03 Uhr

Tschentscher will HVV-Preiserhöhung begrenzen

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Hamburgs Bürgermeister Tschentscher will die Preiserhöhung beim HVV begrenzen.

Die geplante Preiserhöhung des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) hat in den vergangenen Tagen für viel Kritik gesorgt. Der HVV hatte für das kommende Jahr eine Erhöhung von 2,2 Prozent angekündigt. Nun hat sich Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in die Diskussion eingeschaltet. Er sagte dem "Hamburger Abendblatt" (Montagsausgabe), die Verkehrsunternehmen hätten zwar mit höheren Personal- und Energiekosten zu kämpfen. "Trotzdem wollen wir die Preissteigerung für die Kunden auf den Inflationsausgleich begrenzen." Das wäre zurzeit eine Steigerung von 1,8 Prozent.

S Bahn und Fahrgäste am Bahnsteig

HVV: Tschentscher will Preiserhöhung begrenzen

Hamburg Journal -

Nach der Ankündigung des HVV, die Preise um 2,2 Prozent anzuheben, hat Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher angekündigt, die Verteuerung auf maximal 1,8 Prozent zu begrenzen.

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Höhere Ausgaben sollen über Haushalt finanziert werden

Die höheren Ausgaben zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs müssten künftig über den Haushalt finanziert werden, so Tschentscher weiter. Das bedeutet, dass mehr Steuereinnahmen dafür verwendet würden. Zunächst wird sich der rot-grüne Senat mit der vom HVV beantragten Preiserhöhung befassen. Er wäre der höchste Anstieg der vergangenen fünf Jahre. Beschlossen werden die neuen Tarife von der Hamburger Bürgerschaft und den Umlandgemeinden, in denen ebenfalls der HVV-Tarif gilt.

CDU und FDP fordern Verzicht auf Preiserhöhungen

Oppositionsparteien wollen die angestrebte Preiserhöhung stoppen. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Dennis Thering, sagte: "Wir werden in der nächsten Bürgerschaftssitzung am 14. August beantragen, die angekündigte Fahrpreiserhöhung abzulehnen." Die CDU hält auch 1,8 Prozent für "noch viel zu hoch". "Wir bräuchten genau jetzt das Signal für den Umstieg auf Busse und Bahnen zu fairen Preisen." Daher plädiere die CDU dafür, die Ticketpreise in diesem Jahr nicht zu erhöhen. Die FDP-Fraktion forderte ebenfalls, eine Preiserhöhung in diesem Jahr auszusetzen. "Schließlich ist weder eine Verteuerung der HVV-Tickets um 2,2 Prozent noch eine Steigerung um 1,8 Prozent geeignet, die Menschen für den ÖPNV zu begeistern", erklärte der verkehrspolitische Fraktionssprecher, Ewald Aukes.

Linke wirft SPD Augenwischerei vor

Die Linke warf der SPD Augenwischerei vor. "Das ist ein reines Wahlkampfmanöver“, kritisierte die Bürgerschaftsabgeordnete Heike Sudmann. Der Senat müsse schon vor der Ankündigung des Verkehrsverbundes von der geplanten Fahrpreiserhöhung von 2,2 Prozent gewusst haben. Schließlich sitze ein Vertreter der Verkehrsbehörde im HVV-Aufsichtsrat. Die HVV-Forderung "nun heldenhaft zurechtzustutzen" sei nicht mehr als eine Sommerloch-Inszenierung, sagte Sudmann NDR 90,3.

HVV-Chef: Kostensteigerung höher als geforderte Preisanhebung

Tschentscher hatte bereits Ende Juni bei der Ankündigung einer Angebotsoffensive bei Bussen und Bahnen erklärt, dass die Erhöhung der Preise nicht über der allgemeinen Teuerungsrate liegen sollten. Deshalb kam die jüngste Forderung des HVV für viele überraschend.

Der HVV ermittelt den benötigten Einnahme-Zuwachs nach eigenen Angaben aus einem Index, in den die Kostenentwicklungen für Dieselkraftstoff, Strom und Personal sowie die Inflationsrate einfließen. Die Kosten der 28 Verbundunternehmen seien nur zu 74 Prozent gedeckt, sagte HVV-Chef Aigner. Eigentlich hätte die Index-Berechnung einen Preisanstieg von 3,0 Prozent ergeben. Die geforderte Preisanhebung von 2,2 Prozent falle also geringer aus, als es die Kostenentwicklung eigentlich erfordern würde, sagte er.

Kommentar

Kommentar: HVV-Pläne kratzen an Glaubwürdigkeit des Senats

Der Hamburger Verkehrsverbund will seine Fahrpreise um 2,2 Prozent erhöhen. Der Tarif-Vorschlag kratzt an der Glaubwürdigkeit des Senats, meint Reinhard Postelt in seinem Kommentar. (20.07.2019) mehr

Preiserhöhungen: Kritik an HVV-Plänen

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) will die Fahrpreise im kommenden Jahr um 2,2 Prozent erhöhen. Das kündigte HVV-Chef Aigner an. Kritik kommt von den Oppositionsparteien. (18.07.2019) mehr

Hamburg bekommt neue Buslinien und mehr Züge

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Zu teuer? Debatte um HVV-Monatstickets

Der ADAC hat sich bundesweit Preise für Fahrkarten des öffentlichen Nahverkehrs angeschaut. Ergebnis: In Hamburg waren die Monatskarten am teuersten. Der HVV findet den Vergleich unseriös. (19.06.2019) mehr

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Die rot-grüne Regierungskoalition in Hamburg plant die Einführung eines günstigen HVV-Tickets für Auszubildende. Es soll 179 Euro für sechs Monate kosten - wie ein Semesterticket für Studenten. (22.02.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.07.2019 | 06:00 Uhr

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