Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher spricht bei einer Pressekonferenz. © picture alliance/dpa Foto: Kay Nietfeld

Tschentscher: Großstädte wollen Corona-Lockdown verhindern

Stand: 09.10.2020 16:57 Uhr

Hamburg und die anderen deutschen Großstädte wollen den Anstieg der Corona-Zahlen eindämmen. Bei weiter steigenden Infektionszahlen sollen die Auflagen in bestimmten Bereichen verschärft werden.

Die Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister der elf größten deutschen Städte hatten am Freitag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Entwicklung des Infektionsgeschehens und mögliche Maßnahmen beraten. Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher nahm an den Gesprächen teil. Vereinbart wurden nach seinen Worten "gezielte Beschränkungsschritte", sollte der Anstieg der Corona-Zahlen nicht innerhalb von zehn Tagen zum Stillstand kommen.

Sperrstunde und Alkoholverbot bei weiter steigenden Corona-Zahlen

Zu diesen Schritten gehören eine erweiterte Maskenpflicht, die Beschränkung von Kontakten im öffentlichen Raum, sowie eventuell eine Sperrstunde und ein Alkoholverbot in der Gastronomie. Außerdem sollen die Teilnehmerzahlen für Feiern auch im privaten Bereich verringert werden. Zudem will der Bund für Krankenhäuser und Pflegeheime mehr Schnelltests bereitstellen, damit alte und kranke Menschen nicht wieder isoliert werden müssen.

Tschentscher will drastischere Einschnitte verhindern

Ein Barkeeper mit Mundschutz schaut in die leere Bar, im Vordergrund steht ein leeres Bierglas. © Imago Images Foto: Sabine Gudath
Verschärfte Corona-Auflagen wie eine Sperrstunde würden vor allem Bars und Kneipen treffen.

Tschentscher sagte, man wolle keine Angst verbreiten. Es komme darauf an, dass nicht das Gleiche passiere, wie in den europäischen Nachbarländern. Dort gebe es drastischere Einschnitte, die einem Teil-Lockdown nahe kommen. Dies wolle und müsse man verhindern. In dem gemeinsamen Beschluss vom Freitag heißt es, spätestens bei 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen entsende die Bundeswehr auf Bitten der Städte Experten, um mit den Kommunen zu beraten, wie sie unterstützt werden können.

Städte wollen Gesundheitsämter stärken

Auch Fachleute des Robert Koch-Instituts sollen bei einem Infektionsgeschehen von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in die Krisenstäbe der entsprechenden Großstädte entsendet werden. Die Städte wollen außerdem selbst dafür sorgen, zusätzliche Helferinnen und Helfer für die Gesundheitsämter zu rekrutieren und zu schulen, etwa aus der Verwaltung oder durch einen Einsatz von Studentinnen und Studenten. Tschentscher befürwortete außerdem die Beschränkung für ausländische Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Diese Quarantäne-Regelung mit einem Test nach fünf Tagen gebe Sicherheit, dass keine Reiserückkehr-Infektionen aufträten, erklärte er.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 09.10.2020 | 17:00 Uhr

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