Olivia Jones hat Corona-Zwangspause für Biografie genutzt

Stand: 21.04.2021 08:25 Uhr

Die Hamburger Dragqueen Olivia Jones hat ihr Privatleben bislang streng gehütet. Nun wagt sich die 51-Jährige erstmals aus der Deckung: Mit einer Autobiografie.

In der Corona-Zwangspause bei ihren Bars, Clubs und Stadtführungen hat sie an dem Buch "Olivia Jones - Ungeschminkt" gearbeitet. Darin plaudert Jones nicht nur ausführlich über ihr Leben als Oliver Knöbel, ihr Liebesleben und ihre Begegnungen mit Promis. Sie zeigt auch bislang unveröffentlichte Fotos von sich als junger Mann.

Mutter setzte sie nie direkt vor der Schule ab

Oliver Knöbel hatte schon während der Schulzeit viel Spaß an extravaganten Outfits - zum Leidwesen der Mutter: "Irgendwann habe ich gemerkt, dass sie sich für mich schämt", erzählt Olivia Jones heute. "Sie hat mich nie direkt vor der Schule abgesetzt, sondern immer ein paar Meter weiter hinter einem Busch, damit bloß keiner sieht, dass ich ihr Sohn bin. Das hat mich echt verletzt."

"Ein wunderbares Doppelleben"

Versicherungsvertreter sollte Oliver Knöbel werden, wenn es nach seiner Mutter gegangen wäre. Heute sei gerade der Wechsel hin und her zwischen Oliver und Olivia ein Riesen-Geschenk. "Ich führe ein wunderbares Doppelleben. Wenn ich mich abschminke und 'Olivia' im Schmink-Lappen hängt, kann ich ganz normal unerkannt leben." Auf der anderen Seite gebe es aber die Narrenfreiheit als Olivia Jones. "Das macht großen Spaß."

Die berühmte Travestiekünstlerin und Unternehmerin lässt auf der Reise durch ihr bisheriges Leben in dem Buch nicht viel aus. Auch persönliche Krisen und Angriffe gegen sie umschifft sie nicht. "Wenn ich schon eine Biografie schreibe, dann muss sie auch echt sein."

Das Buch ist am 21. April im Hamburger Rowohlt-Verlag erschienen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 21.04.2021 | 08:13 Uhr

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