NABU: Luftbelastung am Hamburger Hafen weiter hoch

Stand: 22.04.2021 15:50 Uhr

Die Luftbelastung am Hamburger Hafen ist einer Untersuchung des Naturschutzbundes (NABU) zufolge weiterhin hoch und gesundheitsschädlich, liegt aber insgesamt unter dem Grenzwert.

Der NABU hat in Ergänzung zum städtischen Luftmessnetz an rund zehn Stellen möglichst direkt an der Elbe unter anderem die Stickoxid- und Schwefeloxidbelastung gemessen. Der Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft wurde den Angaben zufolge im vergangenen Jahr an keiner Messstelle überschritten. Allerdings sei der Wert etwa am Fischmarkt in St. Pauli sowie am Olbersweg in Altona mit 38 beziehungsweise 37 Mikrogramm fast erreicht worden. Selbst weitab vom Stadtzentrum in Teufelsbrück seien es immer noch 25 Mikrogramm gewesen. "Entlang der Elbe am Hafen haben wir deutlich schlechtere Luft als in fast allen anderen Lagen Hamburgs", sagte der NABU-Referent für Umweltpolitik, Sönke Diesener, am Donnerstag.

Schifffahrt als Hauptverursacher

Ursächlich für die Belastung ist nach Einschätzung des NABU vor allem die Schifffahrt. Dem Luftreinhalteplan 2017 zufolge ist die Schifffahrt für 39 Prozent der Gesamtstickoxidbelastung in Hamburg verantwortlich. "Und das ist nur der Schiffsverkehr. Da ist der Hafen noch gar nicht dabei", sagte Hamburgs NABU-Vorsitzender Malte Siegert und verwies auf die zusätzliche Belastung vor allem in Innenstadtlagen durch die Terminals, den Bahn- und Lkw-Verkehr im Hafen.

Keine besonders hohen Werte bei Schwefeldioxid

Beim Schwefeldioxid stellte der NABU dagegen nirgends besonders hohe Werte fest, was er auch auf jüngste Verschärfungen der internationalen Regeln zurückführte. Schiffsdiesel darf viel weniger Schwefel beinhalten als früher.

Insgesamt hält der NABU die Grenzwerte für zu lasch. Während der Straßenverkehr auch wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen geringeren Mobilität sauberer werde, bleibe die Schifffahrt außen vor.

NABU: Bürger sollen besser geschützt werden

Der NABU forderte von der Stadt einen besseren Schutz und eine bessere Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger. Außerdem müssten Luftreinhalte- und Klimaplan schneller umgesetzt werden. Gerade bei den kleineren Schiffen, den Barkassen, den Fahrgastschiffen und den Schleppern sieht der NABU wenig Verbesserungen. Dabei habe die Stadt dort anders als bei der internationalen Seeschifffahrt durchaus Möglichkeiten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.04.2021 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Schüler der Max-Schmeling-Stadtteilschule sitzen zu Beginn des Unterrichts mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Klassenraum. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bickwoldt

Hamburgs Schulen starten ab Montag mit Wechselunterricht

Durch die Pandemie gab es in Hamburg nur eingeschränkt Unterricht. Mit dem Wochenstart werden die Auflagen gelockert. mehr