Stand: 10.08.2018 14:57 Uhr

Kindergeld: Tschentscher fordert Änderungen

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat angesichts der Rekordzahl an ausländischen Kindergeldempfängern und Hinweisen auf Betrugsfälle Änderungen gefordert. "Die Höhe des Kindergeldes muss sich nach den Lebenshaltungskosten des Landes richten, in dem sich das Kind aufhält", sagte er am Freitag. "Die bisherige Regelung führt zu Fehlanreizen. Die entsprechenden europarechtlichen Regelungen müssen in diesem Sinne angepasst werden."

In Hamburg selbst ist das Thema allerdings offenbar noch kein so großes Problem, wie NDR 90,3 berichtete. Im Dezember vergangenen Jahres ging nach Behördenangaben nur in 140 Fällen Kindergeld nach Bulgarien und in 87 Fällen nach Rumänien, weil der Vater oder die Mutter in Hamburg leben. Und nach Einschätzung von Experten sind die Hinweise auf einen möglichen Sozial-Missbrauch in Hamburg nicht gestiegen.

Bürgermeister befürchten Missbrauch des Sozialsystems

Im Juni hatte in Deutschland die Zahl an Kindern, die im EU-Ausland leben und vom deutschen Staat Kindergeld erhalten, mit 268.336 einen neuen Rekord erreicht. Mehrere Oberbürgermeister befürchten deshalb eine gezielte Migration in die deutschen Sozialsysteme. Denn innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Kinder, die aus Deutschland Kindergeld bekommen, um rund zehn Prozent erhöht - vor allem in osteuropäische EU-Staaten fließt mehr Geld.

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Die Kehrseite der Freizügigkeit

Der Städtetag klagt über zu hohe Kindergeldzahlungen für Kinder, die im EU-Ausland leben. Fragen und Antworten dazu bei tagesschau.de. mehr

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) hatte von kriminellen Strukturen gesprochen und ein Handeln der Bundesregierung gefordert. SPD-Chefin Andrea Nahles sagte, man müsse sich dringend kümmern um Betrügereien rund um das Thema Familien- und Sozialleistungen. Die Bundesregierung bemühe sich mit den europäischen Partnern um Lösungen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.08.2018 | 15:00 Uhr

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