Stand: 04.04.2018 12:15 Uhr

"Elbtower": Hamburger vermissen Aussichtsebene

von Jörn Straehler-Pohl und Marc-Oliver Rehrmann

Es wird mit voraussichtlich 235 Metern Höhe das bei Weitem höchste Haus in der Hansestadt: Was halten die Hamburger vom geplanten "Elbtower" an den Elbbrücken? Bei der ersten öffentlichen Plandiskussion am Dienstagabend wurde klar, dass das Projekt nicht auf großen Widerstand stößt. Nur ganz wenige der rund 100 Zuhörer lehnten das Bauwerk rundum ab.

"Elbtower" soll Schlussstein der Hafencity werden

Keine Aussichtsplattform geplant

Die meisten äußerten sich positiv über den Architekten-Entwurf. Die größten Bedenken im Publikum gab es, weil es auf dem "Elbtower" wahrscheinlich keine öffentliche Aussichtsplattform an der Spitze des Hochhauses geben wird. Die Stadt Hamburg hat nach eigenen Angaben bewusst darauf verzichtet, vom Bauherrn eine solche Aussichtsplattform zu fordern. "Zum einen könnte sie ein Hindernis für die Vermietung der Büroflächen sein, etwa wenn Interessenten Sicherheitsbedenken äußern", erklärte Jürgen Bruns-Berentelg, Geschäftsführer der HafenCity Hamburg GmbH. Zum anderen gebe es ja mit der St. Michaelis Kirche, der Elbphilharmonie-Plaza und bald auch wieder mit dem Fernsehturm ausreichend Aussichtspunkte in der Stadt.

Das sahen einige Hamburger im Saal anders. Sie meinten, dass eine Aussichtsebene die Akzeptanz des Hochhauses in der Bevölkerung steigern könnte. Architekt Christoph Felger vom Büro David Chipperfield stellte daraufhin klar, dass das Hochhaus so geplant werde, dass baulich auch später eine Aussichtsplattform eingerichtet werden könne.

Zu laut für Wohnungen

Einige Anwohner äußerten Sorgen, dass das Bauwerk zur Gentrifizierung des benachbarten Stadtteils Rothenburgsort beitragen könnte. Viele in Rothenburgsort könnten sich steigende Mietpreise nicht leisten, sagte ein Besucher der Veranstaltung. Andere wünschten sich Wohnungen im "Elbtower". Die Planer erklärten, dass Messungen ergeben hätten, dass der Standort an den Elbbrücken zu laut sei für den Wohnungsbau. Zudem benötige die Stadt dringend hochattraktive Büroflächen, um Arbeitsplätze zu sichern.

Wird die helle Fassade schnell unansehnlich?

Daneben ging es auch um die Frage, ob die vielen Abgase des Straßenverkehrs an den Elbbrücken den "Elbtower" nicht sehr schnell grau und hässlich machen. Architekt Felger versprach, dass die Fassade-Materialien erst ausgiebig getestet werden. Der Plan sei, keine porösen Materialien zu verwenden, weil sich dann Staub und Dreck aus der Luft nicht festsetzen könnten.

Baubeginn für 2021 geplant

Mit dem Bau des Entwurfs des Londoner Architekten David Chipperfield soll - wenn alles glatt läuft - 2021 begonnen werden, die Fertigstellung ist für 2025/26 vorgesehen. Der österreichische Investor Signa Prime Selection AG will rund 700 Millionen Euro in die Errichtung des Gebäudes investieren, einschließlich Grundstückskauf und Planungskosten.

Tiefgarage mit 560 Stellplätzen

Es entstehen rund 70.000 Quadratmeter Büroflächen, auf denen bis zu 3.000 Menschen arbeiten könnten. Geplant sind außerdem ein Hotel, Einzelhandel, Gastronomie, ein Fitness-Center und ein Spa. Die Einzelheiten stehen jedoch noch nicht fest. Vorgesehen ist auch eine Tiefgarage mit 560 Stellplätzen, Ladeplätzen für Elektroautos und Raum für Carsharing-Angebote.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.04.2018 | 06:00 Uhr

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