Stand: 15.08.2019 17:23 Uhr

Justizbeamter gesteht Überfall auf Juwelier

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Das Juwelier-Geschäft in der Eppendorfer Landstraße war im Februar überfallen worden.

Ein ehemaliger Justizbeamter hat am Donnerstag einen Überfall auf ein Juwelier-Geschäft im Hamburger Stadtteil Eppendorf gestanden. "Für meinen Mandanten gibt es für die Tat vom 28. Februar 2019 keinerlei Erklärung", sagte der Verteidiger des 37-Jährigen vor der Strafkammer am Landgericht Hamburg. Eigentlich habe er nur ein Hochzeitsgeschenk für seine Verlobte gesucht. Doch nach einer ersten Beratung sei er in das Geschäft zurückgekehrt. An den eigentlichen Überfall könne er sich nicht erinnern, er habe einen "Blackout" gehabt. "Ich habe zugegeben, dass ich das gemacht habe", ergänzte der Angeklagte in der folgenden Befragung durch die Richterin.

Zwei Mitarbeiterinnen bei Überfall verletzt

Bei dem Überfall Ende Februar in der Eppendorfer Landstraße soll der Angeklagte vier Uhren im Wert von insgesamt fast 15.000 Euro erbeutet haben. Der Täter ließ sich das Diebesgut zunächst von einer Angestellten zeigen und sprühte dann der 33-Jährigen sowie einer weiteren Frau eine Flüssigkeit ins Gesicht. Beide Frauen erlitten dadurch Haut-, Augen- und Atemwegsreizungen.

Nach Hinweisen durchsuchten die Ermittler zwei Wohnungen in Neumünster und stellten in der Wohnung des Tatverdächtigen die gesamte Beute sicher. Die Polizisten fanden auch einen Wurfstern sowie Übungsmunition der Bundeswehr.

"Ich stehe zu dem, was ich gemacht habe"

Der Verteidiger sprach sich am Donnerstag dafür aus, die Tat als minderschweren Fall zu werten. Es handele sich um eine "Kurzschlussreaktion durch psychische Überlastung". Was ihn psychisch so belastet habe, wollte der athletische Mann mit kahlgeschorenem Kopf, kurzem Bart und tätowierten Händen aber nicht sagen: "Ich stehe zu dem, was ich gemacht habe. Wenn ich dafür fünf, sechs Jahre bekomme, dann ist das so."

Justizvollzugsbeamter in Billwerder und am Holstenglacis

Der 37-Jährige war als Beamter im allgemeinen Vollzugsdienst angestellt und arbeitete zuletzt in der JVA Billwerder, davor in der Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis. Er sitzt seit dem 27. März in Untersuchungshaft und ist wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt. Dem früheren Berufssoldaten drohen bei einer Verurteilung mindestens fünf Jahre Haft.

 

Weitere Informationen

Juwelier-Überfall: JVA-Mitarbeiter festgenommen

Mit dem Foto aus einer Überwachungskamera hat die Polizei nach einem Mann gesucht, der in Eppendorf einen Juwelier überfallen hatte. Jetzt stellt sich raus: Der Gesuchte ist ein JVA-Mitarbeiter. (27.03.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.08.2019 | 18:00 Uhr

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