Stand: 29.01.2018 17:13 Uhr

Jüdischer Friedhof: Welterbe-Antrag zurückgezogen

Hamburg zieht seinen Antrag auf Aufnahme des Jüdischen Friedhofs in Altona in die UNESCO-Welterbeliste zurück. Stattdessen will sich die Stadt zu einem späteren Zeitpunkt um eine transnationale Bewerbung mehrerer Städte mit sephardischen Friedhöfen bemühen, wie Kultursenator Carsten Brosda (SPD) am Montag in Hamburg mitteilte.

Jüdischer Friedhof in Hamburg-Altona.

Die Geschichte des Jüdischen Friedhofs Altona

Hamburg Journal -

1611 wurde der Jüdische Friedhof Altona an der Königstraße angelegt und 1877 wieder geschlossen. Zu den Grabstätten dort gibt es viel Spannendes zu erzählen.

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Experten gegen alleinige Bewerbung Hamburgs

Experten des Weltdenkmalrates ICOMOS würdigten in einem Zwischenbericht zwar die Bemühungen um die Bewahrung dieses jüdischen Erbes in Hamburg, sprachen sich aber gegen eine alleinige Nominierung des 1611 entstandenen Friedhofs aus. Die Geschichte der sephardischen Juden in der Diaspora könne nicht allein über die Grabmalkunst in Hamburg-Altona widergespiegelt werden. Brosda kündigte die Prüfung einer internationalen Kandidatur an. Diese könne aber frühestens 2025 eingereicht werden. Neben Hamburg könnten dabei auch die sephardischen Friedhöfe in Amsterdam/Ouderkerk, Curacao, Surinam und Barbados berücksichtigt werden.

Viele gut erhaltene Grabsteine

Der Jüdische Friedhof in Altona gilt als älteste Anlage seiner Art der infolge der Vertreibung aus Spanien nach Nordeuropa zugewanderten Juden. Die große Zahl an gut erhaltener Grabsteine ist einzigartig, meinen Experten. Von den einst fast 9.000 Grabsteinen bestehen noch rund 6.000. Ebenso ist er der älteste Begräbnisort auch aschkenasischer Juden, die aus Mittel- und Osteuropa in den Norden des Kontinents kamen.

Der Antrag auf Welterbe für den Friedhof war im Dezember 2016 gestellt und zum Stichtag am 1. Februar 2017 vom deutschen UNESCO-Botschafter dem Welterbezentrum übergeben worden. Noch im März vergangenen Jahres glaubten die Antragsteller sich auf einem guten Weg, nachdem die Papiere den sogenannten Completeness Check bestanden hatten.

Rundgang über den Jüdischen Friedhof Altona

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.01.2018 | 21:00 Uhr

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