Stand: 20.09.2016 13:37 Uhr

Historiker debattieren in Hamburg Glaubensfragen

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Bürgermeister Olaf Scholz (SPD, r.) begrüßt den Vorsitzenden des deutschen Historikerverbandes, Martin Schulze Wessel, im Hamburger Rathaus.

In Hamburg haben sich Tausende Geschichtswissenschaftler versammelt: "Glaubensfragen" heißt das Leitthema des 51. Deutschen Historikertags, der am Dienstag begonnen hat. Dabei sollen einerseits die weltweiten Auseinandersetzungen zwischen Religions- und Glaubensgruppen thematisiert werden. Andererseits geht es aber auch darum, die Annahmen der Geschichtsforscher kritisch zu hinterfragen: Was glaubt der Historiker zu wissen, wenn er eine Epoche beschreibt?

3.500 Wissenschaftler zu Gast

Bis Freitag werden 3.500 Historiker aus 20 Nationen in der Hansestadt erwartet. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) betonte zur Eröffnung die Bedeutung von Geschichte für eine friedensorientierte Außenpolitik. "Mir geht es um den praktischen Nutzen von Geschichte für Friedensbemühungen", sagte Steinmeier, dessen Rede live aus New York zur Eröffnung ins Hamburger Rathaus übertragen wurde. "Wo sind die Hebel, um die Dynamik auf den Schlachtfeldern zu drosseln und am Verhandlungstisch zu erhöhen?" Die historische Forschung können der Außenpolitik keine konkreten Handlungsanweisungen liefern, aber Anregungen und Orientierung bieten.

Den Historikertag gibt es seit 1894. Er findet alle zwei Jahre an wechselnden Orten statt und ist nach Angaben des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) der größte geisteswissenschaftliche Kongress Europas. Neueste Forschungen und ihre Ergebnisse werden präsentiert, es geht um alle Epochen von der Antike bis zur Gegenwart.

Reformation, 60er-Jahre und Islam

Der Kongress bietet aber auch ein umfangreiches Programm für Lehrer, Studenten und Schüler. So richtet sich zum Beispiel eine Veranstaltung speziell an sie: Das Geschlechterverhältnis in der Pop-Kultur der 60er-Jahre wird untersucht. Zu den weiteren Themen gehören das Reformations-Jubiläum im kommenden Jahr. Gefragt wird nach dem Verhältnis von Islam und Moderne, aber auch die aktuellen religiösen Konflikte und ihre Einordnung stehen auf der Tagesordnung.

Die historische Aufarbeitung von Stadtgeschichte wird ebenfalls eine Rolle spielen. Die Hamburger Geschichtswerkstätten präsentieren ihre Arbeit und analysieren den Stand der Forschung von vor Ort.

Weitere Informationen

Hamburger Geschichte

Die Entwicklung des Hafens, der Bau der ersten U-Bahn, der Feuersturm oder die Sturmflut: Ausschnitte aus Hamburgs bewegter Geschichte von den Anfängen bis heute. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.09.2016 | 08:00 Uhr

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