Stand: 03.08.2018 14:57 Uhr

Handel mit Arztpraxen in Hamburg nimmt zu

In Deutschland gibt es offenbar einen zunehmenden Handel mit Arztpraxen. Fachleute warnen deshalb davor, dass Investoren größere Praxis-Ketten gründen. Auch in Hamburg zeichnet sich dieser Trend ab, sagt Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) im Sommerinterview mit NDR 90,3.

Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz © Senatskanzlei Hamburg Foto: Bina Engel

Senatorin Prüfer-Storcks: Das komplette Interview

NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell -

In Deutschland gibt es offenbar einen zunehmenden Handel mit Arzt-Praxen - auch in Hamburg, wie Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks im Sommerinterview mit NDR 90,3 sagte.

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Immer mehr Praxen werden zu Ketten

"Es ist sicherlich ein Fingerzeig darauf, dass man mit Gesundheit durchaus Geld verdienen kann", kritisiert Prüfer-Storcks diese Entwicklung. "Und es ist dann tatsächlich auch so, dass man das optimieren kann, indem man sich wirklich spezialisiert auf lukrative Dinge und anderes vernachlässigt. Und das darf natürlich nicht sein." Angefangen hat es bei der Labor-Medizin und der Radiologie. Inzwischen gibt es aber auch mehr und mehr Augenarzt- und HNO-Praxen, die aufgekauft und dann als Ketten betrieben werden.

Sachverständigenrat kritisiert Entwicklung

Die Senatorin schließt sich mit ihrer Meinung dem höchsten gesundheitspolitischen Berater-Gremium Deutschlands an - dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Aus Sicht dieser Experten kann der groß angelegte Aufkauf von Arztpraxen dazu führen, dass Investoren eine marktbeherrschende Stellung bekommen. Und dass sich ganz normale Ärzte keine Praxis mehr leisten können, weil die Investoren die Preise in die Höhe treiben.

Notaufnahmen sollen entlastet werden

Eine weiteres Thema sind in Hamburg die Notaufnahmen. Immer wieder melden sich Notaufnahmen der Krankenhäuser kurzfristig bei der Feuerwehr für die Notfallversorgung ab. In diesem Jahr kamen insgesamt bereits über 1.000 Stunden zusammen. Durch die hohe Krankenhausdichte in der Stadt sei die Versorgung der Patienten aber nicht gefährdet, sagte Prüfer-Storcks. Schwerstverletzte oder Patienten, die selbst in die Notaufnahmen kommen, werden in jedem Fall behandelt. Kurzfristige Abmeldungen der Notaufnahmen seien normal und hätten in den vergangenen Jahren auch nicht zugenommen. Langfristiges Ziel sei aber, so die Senatorin, die Notaufnahmen insgesamt zu entlasten.

Weitere Informationen
NDR 90,3

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.08.2018 | 08:00 Uhr

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