Auf einer Anzeigentafel in Hamburg steht während des Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Hinweis "Aktuell kein Bus- und U-Bahn Verkehr". © picture alliance / dpa Foto: Bodo Marks

HVV-Kundinnen und -Kunden droht großer Streik am Donnerstag

Stand: 13.10.2020 10:35 Uhr

Beim HVV kommt es am Donnerstag wieder zu Warnstreiks. Von 3 Uhr morgens an ruft die Gewerkschaft ver.di die Angestellten auf, für 24 Stunden in Hamburg die Arbeit niederzulegen.

Ver.di will bei der Hochbahn alle Busse und U-Bahnen stilllegen, um höhere Schichtzulagen und eine kürzere Höchstarbeitszeit durchzusetzen. Einen ganzen Tag lang sollen keine U-Bahnen und Busse der Hochbahn rollen - nicht nur halbtags wie zuletzt.

Wegen Ansteckungsgefahr: Keine Kundgebungen

Aus Sorge vor Corona-Infektionen der Gewerkschaftsmitglieder verzichtet ver.di auf Kundgebungen. Die S-Bahnen in Hamburg fahren normal - und werden wie beim letzten Warnstreik vor zwei Wochen erwartungsgemäß überfüllt sein. Immerhin: Die Busgesellschaft VHH streikt dieses Mal nicht. Sie bedient Hamburgs Osten und Westen.

Ver.di fordert bessere Arbeitsbedingungen

Natale Fontana, ver.di-Fachbereichsleiter, erklärte, dieser Streik für Arbeitsbedingungen sei auch im Interesse der Fahrgäste. Man sei auf die Solidarität der HVV-Kundinnen und -Kunden angewiesen, die bei Ausbruch der Pandemie den "Heldinnen und Helden der Mobilität" applaudierten. Den Beschäftigten gehe es nicht vornehmlich um Geld, sondern vor allem um bessere Arbeitsbedingungen.

Einheitliche Regelungen gewünscht

Ver.di will beispielsweise, dass es bundesweit einheitliche Regelungen für Urlaubstage, das 13. Monatsgehalt oder Weihnachtsgeld gibt. Auch soll es eine Erhöhung der Zulagen für belastende Dienste und Schichten sowie eine Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit geben. Die Gewerkschaft kritisierte, dass die Arbeitgeberseite statt rasch ein Angebot vorzulegen den Tarifkonflikt auf Kosten der Fahrgäste verschleppe. Sie erwarte beim nächsten Verhandlungstermin Ende Oktober ein verhandlungsfähiges Angebot.

Unverständnis bei der Hochbahn

Hamburgs Hochbahn zeigt am Dienstagvormittag Unverständnis über den drohenden Warnstreik: Am 29. Oktober 2020 solle in einer zweiten Runde über den Haustarifvertrag bei der Hochbahn weiter verhandelt werden. Angesichts dieser Vereinbarung sei der aktuelle Streikaufruf nicht nachzuvollziehen.

Auswirkungen unklar

Welche Auswirkungen der Warnstreik auf die Fahrgäste haben wird, ist derzeit noch nicht absehbar. "Gerade mit Blick auf die Corona-Pandemie und die unbedingt erforderlichen Hygienemaßnahmen können wir nur dann den Betrieb aufnehmen, wenn wir ein stabiles und verlässliches Angebot darstellen können. Die Entscheidung darüber werden wir dann unmittelbar vor der Betriebsaufnahme in den frühen Morgenstunden treffen", sagte Claudia Güsken, Verhandlungsführerin der Hochbahn.

Bundesweit sind rund 87.000 Tarifbeschäftigte in 130 Verkehrsbetrieben angestellt. In Hamburg sind es den Angaben zufolge rund 7.000 Menschen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.10.2020 | 10:00 Uhr

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