Stand: 09.04.2020 07:09 Uhr

Geldwäscheverdacht - Zoll durchsucht Unternehmen

Zwei Männer tragen eine blaue Uniform mit der Aufschrift Zoll auf dem Rücken. © NDR Foto: Julius Matuschik
Die Auswertung sogenannter Geldwäscheverdachtsmeldungen brachte den Zoll auf die Spur des Hamburger Unternehmers.

In den frühen Morgenstunden haben Zöllnerinnen und Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit zusammen mit Kräften des Bezirksamts Hamburg-Mitte am Mittwoch die Wohnung und die Geschäftsräume eines Dienstleistungsunternehmers in Hamburg-Billstedt durchsucht. Dem Mann wird vorgeworfen, mit falschen Rechnungen Dienst- und Werkleistungen vorgespiegelt zu haben.

Zoll geht von Schaden in Millionenhöhe aus

"Es ist dadurch ein voraussichtlicher Schaden in Höhe von 4,2 Millionen Euro entstanden", sagte Pressesprecher Oliver Bachmann am Donnerstag. Der Zoll stellte bei der Durchsuchung umfangreiches Beweismaterial wie Papierunterlagen, Telefone und Computer sicher. Darüber hinaus wurden im Wege einer Kontopfändung Vermögenswerte in Höhe von etwa 300.000 Euro gesichert. "Dem Unternehmer wird vorgeworfen, mit sogenannten Service-Gesellschaften ein Modell anzubieten, welches im Sinne eines Kettenbetrugs zu werten ist", erklärte der Pressesprecher.

Drogen, Waffen und Munition sichergestellt

Während der Durchsuchung wurden auch knapp 40 Gramm Marihuana sowie Waffen und Munition gefunden. Zur Abarbeitung dieser Delikte wurde die Polizei Hamburg hinzugezogen. Die weiteren Ermittlungen, insbesondere zu den Nutznießerinnen und Nutznießern der fingierten Rechnungen dauern an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.04.2020 | 08:00 Uhr

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