Im Laderaum der "Peking" wird ein Klüvernetz geknüpft

Die "Peking" bekommt ein historisches Klüvernetz

Stand: 18.10.2021 14:02 Uhr

Eigentlich ist ein Großsegler erst mit Klüvernetz wirklich fertig - die "Peking" bekommt es nachträglich. Geknüpft wird es in einem Workshop über vier Wochenenden im Oktober und November.

Das Klüvernetz unter dem Bugspriet war früher wichtig, damit die Matrosen auch beim Setzen der Bugsegel nicht ins Wasser fielen - und sich außerdem, nach getaner Arbeit wie in einer Hängematte ausruhen konnten. Für die "Peking" fehlt ein solches Klüvernetz unter der Segelstange vorne am Schiff bislang.

Das Bugspriet - die Segelstange vorne am Schiff
Das Bugspriet ist die Segelstange vorne am Schiff. Hier wird das historische Netz später befestigt.

Laura Lühnenschloss ist die Frau, die es nach historischem Vorbild knüpft, gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Hafenmuseum, Verein "Hafenkultur" und Verein "Freunde der Viermastbark Peking". Sie alle lernen sich im Laderaum der "Peking" kennen - bei einem Workshop über vier Wochenenden, mit dem Ziel, das Klüvernetz fertig zu stellen.

Workshop im Laderaum der "Peking"

Laura Lühnenschloss auf der "Peking"
Laura Lühnenschloss zeigt dem Team, wie das Klüvernetz geknüpft werden muss.

Beim Klüvernetz müssen die dicken Fäden mit den dünnen "zusammengebändselt" werden, erklärt Lühnenschloss den Anwesenden. Es muss am Ende alles stramm sein, damit das Klüvernetz hält. Als Vorbild dient den Teilnehmenden am Workshop ein Modell im Maßstab 1:10, das zeigt wie die einzelnen Seile aus denen das Netz besteht, zusammengefügt werden müssen. "Das ist die historisch genaueste Variante, die man anwenden kann", erklärt Lühnenschloss und fügt hinzu: "Es ist sehr aufwendig." Denn alle Stellen, an denen das Seil über Kreuz läuft, müssen mit den dünneren Stricken sehr fest verbunden werden.

Montage des Netzes im April

Auf der Peters-Werft hat die "Peking" ihre vier Masten und 18 Rahen zurückbekommen. Außerdem hat sie auch drei neue Brasswinden, mit denen die Rahen mit den Segeln in den Wind gestellt werden können. Und sogar so ein kleines Extra wie die sogenannte Krull-Gallion, die Schmuckfläche vorne am Schiff mit den Initialen der Laeisz-Reederei, wurde restauriert. Nur das Klüvernetz fehlte, sogar noch bei der Überfahrt nach Hamburg im September 2020. Im nächsten April soll das fertige Klüvernetz nun montiert werden, spätestens dann kann man sich es angucken.

Weitere Informationen
Schwarzweiß-Aufnahme der Stahlbark "Peking" in der Elbmündung, im Hintergrund ein Dampfschiff. © dpa Foto: Hans Hartz

Endstation Heimathafen: Die Geschichte der "Peking"

1911 in Hamburg gebaut, fährt die "Peking" bis 1932 als Frachtsegler über die Meere. Seit 2020 ist sie zurück im Heimathafen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 17.10.2021 | 19:30 Uhr

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