Bei der Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft im Rathaus Hamburg spricht Dirk Kienscherf, Fraktionsvorsitzender der SPD. © picture alliance/dpa Foto: Ulrich Perrey

Debatte über Energiewende in der Bürgerschaft

Stand: 10.02.2021 16:55 Uhr

Die Bürgerschaft hat am Mittwoch über die Energiewende in Hamburg debattiert. Die Opposition warf den Regierungsparteien dabei schwere Versäumnisse vor.

"Raus aus der Kohle, rein in Wärmewende und Wasserstoff" - unter diesem Titel hatte die SPD-Fraktion die Debatte angemeldet. Umwelt- und Energiesenator Jens Kerstan (Grüne), sieht Hamburg als Vorreiter, als Hauptstadt der Energiewende in Deutschland. Er sagte: "Da kann dieser Senat auf seine Arbeit sehr stolz sein."

Stephan Jersch von der Linken warf dem Senat vor, zu wenig zu tun. Ohne den Druck einer Volksinitiative, die Netze zurückzukaufen, wäre noch viel weniger passiert. Jersch: "Sie wurden zu Ihrem Glück gezwungen." Er appellierte an den Senat, konkrete Schritte umzusetzen, zum Beispiel indem Gebäude saniert oder Neubaugebiete nur noch mit Fernwärmeanschluss geplant würden.

CDU: Energiewende muss auch bezahlbar sein

Der AfD-Abgeordnete Thomas Reich erneuerte einen Vorwurf: Weil das Kohlekraftwerk Moorburg abgeschaltet ist, sei die Versorgung mit Strom nicht mehr sicher. Stephan Gamm von der CDU mahnte, dass die Energiewende auch bezahlbar sein müsse. "In keinem anderen Bundesland sind die Preise für Strom so hoch wie in Hamburg", sagte er. Kritik übte die CDU auch daran, dass das recht alte und schmutzige Kohlekraftwerk Wedel noch immer am Netz sei, während das vergleichsweise moderne Kraftwerk in Moorburg stillgelegt werde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.02.2021 | 16:00 Uhr

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