Stand: 26.03.2020 11:56 Uhr  - Hamburg Journal

Corona: Krankenhaus der Bundeswehr stockt auf

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus bereiten sich Hamburgs Krankenhäuser darauf vor, eine größere Anzahl von infizierten Patientinnen und Patienten zu behandeln. Operationen, die nicht dringend notwendig sind, werden verschoben, um Betten freizuhalten. Auch das Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg-Wandsbek hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen seine Kapazitäten nahezu verdoppelt. Statt bislang zwölf Intensivbetten mit Beatmungsgeräten stünden nun 22 zur Verfügung. Weitere sollen folgen, darüber hinaus auch 60 Isolierbetten. Das Krankenhaus folgt damit der Anweisung der Stadt, mehr Betten zur Verfügung zu stellen.

Reservisten leisten freiwillig Dienst

Das Bundeswehrkrankenhaus in Wandsbek ist eines von insgesamt fünf in Deutschland. Etwa 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten hier. Das Personal bereite sich jetzt auf die zunehmende Zahl von Patientinnen und Patienten vor, sagt Knut Reuter, Kommandeur und Ärztlicher Direktor des Bundeswehrkrankenhauses. "Dazu haben wir unser eigenes Personal und zuversetztes Personal aus dem Regiment sowie eine erfreuliche Zahl von freiwillig Dienst leistenden Reservisten." In den kommenden zehn Tagen werden hier 50 ehemalige Soldatinnen und Soldaten - die sogenannten Reservisten - freiwillig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses unterstützen.

Separater Eingang für Verdachtsfälle

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Das Bundeswehrkrankenhaus hat die Zahl der Intensivbetten aufgestockt.

Menschen, die fürchten, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, können sich an einer Seitentür des Bundeswehrkrankenhausess melden. 20 bis 30 Menschen kommen hier jeden Tag hin, sagt Raik Schäfer, Leiter der Notaufnahme. "Wir haben wie alle anderen Notaufnahmen auch den Bereich abgeteilt, wo Menschen mit Verdacht auf diese ansteckende Erkrankung separiert werden vom normalen Patientenstrom, der nicht unter diesem Verdacht steht." Er hoffe, dass das Krankenhaus bestmöglich vorbereitet ist. "Wir sind zum Handeln bereit", so Schäfer. Diese Stimmung spiegele sich im Personal wider.

Kein Materialengpass im Bundeswehrkrankenhaus

Aktuell werden am Bundeswehrkrankenhaus fünf mit dem Coronavirus infizierte Menschen stationär behandelt. Einer liegt auf der Intensivstation. Engpässe beim Material gebe es aktuell nicht, sagte Reuter: "Wir haben ein zentrales Logistikmanagement in der Bundeswehr im Sanitätsdienst." Mit Sitz in Koblenz, werde die Krankenhausapotheke von dort aus mit den notwendigen Materialien wie Masken und Schutzkitteln versorgt.

Bereits zum Ende der Woche rechnen die Ärztinnen und Ärzte mit mehr Corona-Fällen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 25.03.2020 | 19:30 Uhr

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