Stand: 01.04.2020 08:51 Uhr

Corona: Hamburger Abiturprüfungen starten später

Ties Rabe spricht auf einer Landespressekonferenz im Bürgermeistersaal im Rathaus. © dpa Foto: Christian Charisius
Will die Abiturprüfungen in Hamburg nun doch etwas nach hinten verschieben: Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Die Hamburger Abiturienten und Abiturientinnen haben nun Gewissheit: Ihre Prüfungen werden stattfinden. Angesichts der Corona-Pandemie unternimmt Schulsenator Ties Rabe (SPD) aber ein paar Anpassungen. Die Prüfungen starten fünf Tage später als zunächst geplant und damit zeitgleich mit Schleswig-Holstein, wie Rabe am Dienstag in der Landespressekonferenz mitteilte. "Der Beginn der schriftlichen Prüfungen soll wie in Schleswig-Holstein auf den 21. April verschoben werden, um den Schülerinnen und Schülern mehr Vorbereitungszeit zu ermöglichen", so der Senator. Außerdem werden - mit Rücksicht auf die aktuelle Lage - bis in den Juni hinein dreimal so viele Nachschreibetermine angeboten.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte, es sei auch im Interesse der Jugendlichen gewesen, die Prüfung stattfinden zu lassen. "Hier ist aber jetzt erst einmal wichtig gewesen, dass die Schüler und Schülerinnen, die ein Abiturzeugnis in Hamburg erhalten, nicht am Ende noch ein Problem bekommen", so Tschentscher. Dies wäre eventuell der Fall, wenn sie keine Prüfungen ablegten und das Zeugnis dann etwa in anderen Bundesländern nicht anerkannt werden könnte.

Zweitkorrekturen nur im Ausnahmefall

Die schriftlichen Abiturprüfungen werden nun also vom 21. April bis 6. Mai stattfinden. Schon in dieser Woche sollen die Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern Kontakt aufnehmen, um die Einzelheiten der Prüfungen zu besprechen. Um die Lehrkräfte zu entlasten, sollen die Zweitkorrekturen der rund 27.000 Abiturklausuren nur in Ausnahmefällen stattfinden. Diese und weitere Erleichterungen sollen auch dann gelten, wenn die Schulschließungen vor den Abiturprüfungen aufgehoben werden sollten, sagte Rabe.

Die häusliche Vorbereitungszeit für das Abitur soll in dieser Woche eingeleitet werden. Die Schulen sollen dazu ihre Zeitpläne für das laufende Semester anpassen. Insgesamt stünden den Schülerinnen und Schülern nach Angaben des Schulsenators damit bis zu 20 Tage Vorbereitungszeit zur Verfügung - doppelt so viel wie ursprünglich geplant.

Schutzmaßnahmen bei den Prüfungen

Abiturienten schreiben ihre Abiturprüfung. © dpa Foto: Armin Weigel
Bei den Prüfungen sollen in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Bei den Prüfungen selbst werden Schulbehörde und Schulen besondere Sicherheitsvorkehrungen treffen, um den Schutz vor Infektionen zu gewährleisten. So sollen die Arbeitsplätze mit zwei Metern Abstand aufgestellt werden und die Zahl der Prüflinge auf höchstens zehn pro Klassenraum begrenzt werden. Alle Klassenräume und WCs werden unmittelbar vor Beginn der Prüfung intensiv gereinigt. Außerdem soll in den Prüfungsräumen Desinfektionsmittel für die Hände griffbereit aufgestellt werden. Darüber hinaus sollen die Prüfungen eines jeden Tages jeweils zeitlich um 15 Minuten versetzt gestaffelt werden, um Ansammlungen zu vermeiden.

Kritik der Schülervertretung

Die SchülerInnenkammer Hamburg kritisierte die Verschiebung der Abiturprüfungen um eine Woche. "Das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben", sagt der Vorsitzende Henry Behrens. Für manche Schülerinnen und Schüler sei das Abi nun sogar stressiger, weil sich Prüfungstermine ballen könnten. Hamburgs Schülervertretung hält an ihrer Forderung fest: Abiturienten sollten sich in diesem Jahr notfalls auch für eine Durchschnittsnote aus ihren bisherigen Leistungen entscheiden können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 31.03.2020 | 16:00 Uhr

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