Corona: Hamburg weitet Winternotprogramm aus

Stand: 23.10.2020 07:11 Uhr

Das Winternotprogramm für obdachlose Menschen wird in der Corona-Pandemie nach Informationen von NDR 90,3 deutlich ausgeweitet.

Es soll ab Mitte November zusätzlich einen gut angebundenen dritten Standort mit 250 Plätzen geben sowie eine neue zentrale Tagesaufenthaltsstätte: In der Markthalle am Hauptbahnhof, wo sonst Konzerte stattfinden, können sich dann bis zu 200 Wohnungslose auch tagsüber drinnen aufhalten.

Mehr als 1.000 Schlafplätze

Damit es für die Bedürftigen in Pandemie-Zeiten nicht eng wird, bietet Hamburg, anders als Berlin, nicht insgesamt weniger, sondern zum Start der kalten Jahreszeit noch einmal mehr Schlafplätze an - insgesamt mehr als 1.000. In allen drei Standorten gibt es Quarantänebereiche und regelmäßige Arzt-Sprechstunden.

Neben Abendbrot in den Unterkünften soll es auch ein Frühstücks- und Mittagsangebot in den Tagesaufenthaltsstätten geben. Die Kosten des Programms werden in diesem Jahr laut Sozialbehörde erheblich steigen.

Schlafunterkünfte müssen morgens verlassen werden

Anders als in den vergangenen Jahren waren die Unterkünfte des Winternotprogramms im Frühjahr nicht geschlossen worden. Die Menschen, die dort unterkommen, müssen aber auch weiterhin die Unterkünfte morgens verlassen und dürfen erst um 17 Uhr wieder "einchecken". Die erneute Forderung der Linksfraktion in der Bürgerschaft, die Schlafstätten ganztägig offen zu halten, hat die rot-grüne Regierung auch in diesem Jahr abgelehnt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.10.2020 | 07:00 Uhr

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